Der Begriff „Faschismus“ ruft meist Assoziationen zu klar umrissenen historischen und geographischen Kontexten hervor, ist jedoch für die Analyse gegenwärtiger Entwicklungen umstritten. Mit „Faschisierung“ wählen wir bewusst einen prozessualen Ansatz, der nicht auf Gleichsetzung mit dem deutschen oder italienischen Faschismus oder ihren kolonialen Vorläufern und Kontinuitäten abzielt. Vielmehr sollen Tendenzen aufgezeigt und analysiert werden, deren originäre Einstiege ebenso offen sind wie die Endpunkte, die nicht zuletzt von unserem Handeln abhängen. Die Reihe fragt: Wie lassen sich aktuelle Konflikte und Kräfteverhältnisse verstehen? Welche Strukturen und Machtbeziehungen befeuern faschisierende Dynamiken und welche können ihnen entgegentreten? Und wie verlaufen Prozesse der Faschisierung in unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern und Kontexten – national wie international? Neben analytischen Perspektiven (historisch, empirisch und theoretisch) werden auch Gegenstrategien diskutiert.

 

Diese semesterübergreifende Vortragsreihe (Winter 2025/26 und Sommer 2026) findet an verschiedenen Universitäten und Veranstaltungsorten in Deutschland und Österreich statt, steht allen Interessierten offen und wird in einem hybriden Format gestreamt, um eine breite, kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Faschisierung zu ermöglichen. Sie wird von der Arbeitsgruppe „Was ist Faschisierung?“ der Allianz für kritische Wissenschaft in Solidarität (KriSol) organisiert.

 

Weitere Informationen dazu finden Sie auf Deutsch und Englisch unter: https://krisol-wissenschaft.org/de/fascisation/ 

 

In dieser Veranstaltung sprechen Bafta Sarbo (Sozialwissenschaftlerin, Autorin und politische Bildnerin), Jule Ulbricht (Wissenschaftlerin), Alberto Toscano (Sozialtheoretiker, Autor und Professor), Daniel Loick (Philosoph, Sozialwissenschaftler und Professor) und Vanessa Thompson (Sozialwissenschaftlerin und Professorin für Black Studies).