Aus ihren eigenen Praxiserfahrungen heraus verhandelten die Partner*innenorganisationen gemeinsam, welche Prozesse und Formate für den Austausch untereinander interessant sind und welche Ergebnisse für sie und die Menschen in ihren Netzwerken am nützlichsten wären. Zu Beginn des Projekts haben sie sich auf drei gemeinsame Leitlinien geeinigt:

 

Die Zusammenhänge zwischen Klimawandel, Migration und Wohlbefinden verstehen. 

 

Wissen innerhalb der Community und für die Community generieren und teilen. Bestehende Ressourcen und Informationen für unterschiedliche Communities zugänglich machen. 

 

Räume für den soziokulturellen Austausch von Praktiken und Aktivitäten zur Selbstfürsorge und Gemeinschaftspflege schaffen.

 

Im Laufe des Jahres 2025 wurde eine gemeinsame Reihe von Peer-to-Peer-Workshops organisiert, die von Vermittler*innen der Partner*innenorganisationen und ihren Verbündeten geleitet wurden. Die Workshops umfassten Aktivitäten wie Wissens- und Erfahrungsaustausch, das Erlernen praktischer Methoden zum Verständnis des eigenen Körpers, gemeinsames Tanzen und Bewegen, den Austausch von pflanzlichen Heilmitteln, Rezepten und Geschichten, kreatives Schreiben, Spoken Word, das Pflanzen von Bäumen und gemeinsames Kochen. 

 

Workshop Serie über Reproduktive Gerechtigkeit 

 

Wenn wir über reproduktive Gerechtigkeit sprechen, geht es um mehr als nur das Recht, Kinder zu bekommen oder nicht. Es geht um politische, soziale, rassische und wirtschaftliche Gerechtigkeit für Frauen*, damit sie* fundierte Entscheidungen über ihren Körper, ihre Familien und ihre Zukunft treffen können – und die dafür notwendigen Ressourcen zu haben. Es geht auch darum, Räume zu haben, in denen ihre* Anliegen ernst genommen werden, Erfahrungen ohne Tabus ausgetauscht werden können und Frauen* sich gegenseitig in Momenten der Freude und Prozessen der Trauer begleiten können.

Die Workshops wurden gehalten von International Women* Space, Women* in Exile, Space2groW.

 

Workshops in 2025:

 

Menopause und ihre Wirkung auf  Körper, Seele und Leben  
geleitet von Griselda Enciso.

 

Reproduktive Gerechtigkeit, unsere Körper, unsere Entscheidungen, unsere Rechte 
geleitet von Doris Dede, Madeleine Mawamba und Verónica Troncoso.

 

Unfurchtbarkeit ernstnehmen - Behandlung, Begleitung und Trauer 
geleitet von Lucy Ng'ang'a.

 

Informationen und Unterstützung bei Schwangerschaftsabbruch
geleitet von Laïla Dhimane.

 

Das Recht auf sexuelle Gesundheit, Lust und Sinnlichkeit 
geleitet von Other Nature/Violet und Lucy Ng'ang'a.

 

Reproduktive Gesundheitsgerechtigkeit für jugendliche Mädchen und junge Frauen*
geleitet von Caroline Njeri Kungu und Laveria Wanja Mwai.

 

Aufklärung zu und Prävention von häufigen Frauenkrebserkrankungen
geleitet von Ilknur Argibas und Nuran Gündüz.

 

Tanz dich frei

 

Verbinden, loslassen und Freude finden

 

In den vier Workshops, die von Jacky Njoki und ihren Gästen (Fariba Fazeli und Zeky) geleitet wurden, entdeckten die Teilnehmerinnen von 2025 gemeinsam, wie Tanz und Bewegung Frauen* dabei unterstützen können, wieder zu sich selbst und ihrem Körper zu finden, Spannungen abzubauen und Heilung durch Selbstausdruck zu erfahren. Gemeinsam schufen sie einen Raum für Wohlbefinden, Resilienz und den Geist kollektiver Befreiung. 

 

„Ich glaube an Tanz als Medizin – als eine Möglichkeit unseren Raum zurückgewinnen, uns zu erden, und mit unseren Körpern das auszudrücken, wofür Worte nicht reichen.“
Jacky Njoki

Heilpflanzen, populäre Medizin and Erzählkunst

 

Heilkräuter und ihre Anwendung 

 

Benutzt du Heilkräuter im Alltag? Welchen Tee kochst du dir bei Magen- oder Menstruationsbeschwerden? Gibt es Heilkräuter, die schon von deiner Grußmutter kennst? Hat sich dein Verhältnis zu Heilkräutern im Laufe deines Lebens verändert?

 

In diesem Workshop tauchten wir tiefer in die Bedeutung und Wirkung von Heilpflanzen ein – wo man sie finden kann, wie man sie zubereiten kann, und welche Heilwirkung sie haben. Wir erfuhren etwas zur Geschichte und Tradition der verschiedenen Pflanzen, und tauschten uns mit anderen Frauen* über Heilkräuter und ihre eigenen Rezepte und Kenntnisse aus. 

 

 

Der Workshop wurde von Madeleine Mawamba gehalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pflanzen erzählen 

 

Wenn wir Geschichten über Pflanzen miteinander teilen, können wir Kraft schöpfen aus dem Wissen unserer Vorfahren, und uns mit den Orten in denen wir aufgewachsen sind sowie unseren unseren Migrationserfahrungen verbinden. Pflanzen zeigen Geschichten von Extraktivismus und Vertreibung, sie verkörpern aber auch Widerstand, Anpassung und Heilung. Während sie reisen und sich in neuen Umgebungen zurechtfinden – ähnlich wie viele von uns –, tragen sie Fragmente unserer Heimat in Form von Gerüchen, Farben und Geschmäckern mit sich. Dieser Workshop lud Teilnehmer*innen dazu ein, zu erkunden, wie wir unsere Geschichten durch und mit Pflanzen erzählen können. Dabei reflektierten wir unsere Beziehungen zu den Pflanzen und wie sie uns beim Prozess der Dekolonisierung unserer Lebens- und Wissensweisen begleiten. Es ist ein Aufruf, den Wert unseres eigenen Wissens und das unserer Vorfahren anzuerkennen und zurückzugewinnen, insbesondere in Kontexten, in denen solche Wissensformen oft marginalisiert werden.

 

Der Workshop wurde von Verónica Troncoso, Haboon Jabril und Nuran Gündüz gehalten.

 

 

Ubuntu Kochinseln

Gemeinsam Kochen was uns gut tut

 

Wie erlebst du Essen, Kochen und die Versorgung deines Körpers? Hast du Rezepte, die dir Kraft geben oder gut für das Zusammenleben deiner Community sind und die du mit anderen teilen möchtest? Willst du einfach nur eine schöne Zeit mit anderen im Garten verbringen, lachen und kochen?
 

Wir haben gemeinsam gekocht und uns darüber ausgetauscht, was uns gut tut, und kamen dafür in der Gartenküche der Spore Initiative zusammen. Frauen* waren an diesem Tag eingeladen, ihre Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und für sich und ihren Körper zu sorgen.

 

Der Workshop wurde organisiert von: International Women* Space, Women* in Exile, Space2groW. 

 

Baum-Pflanzaktion bei aloti farm 

 


Was ist unsere Beziehung zum Land? Wie verändert sich die Arbeit auf dem Land im Zusammenhang mit der Klimakrise? Welchen Zugang zu Land und gesunden Lebensmitteln haben wir?   

Bei diesem Baum-pflanz-Workshop bei Aloti Farm haben wir gemeinsam gelernt, gepflanzt und uns zu unseren Erfahrungen und Perspektiven zu Land und Klima ausgetauscht. Aloti hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit der Farm einen Raum der Gemeinschaft zu schaffen, einen sicheren Ort auf dem Land für BIPoC, queere Menschen, und Menschen mit Behinderung, an dem man sich wieder mit der Erde verbinden, sich auszuruhen und gesundes Gemüse naschen kann. 

 

Die Aktivität wurde von aloti farm moderiert.

Der Workshop der aloti farm wurde freundlicherweise unterstützt von:
Migrationsrat Berlin

In unseren eigenen Worten 
Storytelling für Klima- und Migrationsgerechtigkeit

Wurzeln & Wege

 

Wie helfen uns unsere Geschichten, Veränderungen zu bewältigen? 

 

Migration, Klimawandel und Gesundheit sind eng miteinander verbunden: in unserem Körper, unserer Geschichte und unserer Zukunft. Durch gemeinsame Erzählungen, künstlerische Methoden und kulturelle Praktiken wurde ein Raum für Dialog, Heilung und die Vorstellung einer Zukunft voller Resilienz geschaffen. Dabei nutzen wir den Raum uns darüber austutauschen, wie Klimawandel und Migration unser Leben prägen. Teilnehmer*innen waren eingeladen, mit einer Mischung aus Geschichtenerzählen, kollektivem Schreiben, mündlichen Erzählungen und künstlerischen Übungen diese Themen zu entdecken.

 

Der Workshop wurde gehalten von Ann (SaviNoir) und Rose Wanjiku von IW*S/Resilient Voices.

 

Über Lust und Sexualität 

 

Wie können wir Begehren in Worte fassen? Wie können wir unsere Lust, unsere Grenzen, unsere Fantasien und die Stille dazwischen benennen und wertschätzen? 

 

Dieser Peer-to-Peer-Schreib- und Austauschkreis war ein Raum für Frauen*, um Sexualität und Lust durch Geschichtenerzählen, Poesie und kreative Impulse zu erkunden. Niemand musste „Schriftstell*in” sein, um mitzumachen, sondern nur neugierig und offen dafür, neue Ausdrucksformen zu finden und mit anderen Frauen* zu teilen. Anonymität wurde respektiert und alle Stimmen wurden geschätzt. 

 

Der Workskshop wurde gehalten von Ann (SaviNoir) von IW*S/Resilient Voices. 

Illustration by Helen Gimber

Kwa Ndimi Zetu / In unseren eigenen Worten
Open Mic

Dieser Open-Mic-Abend, moderiert von Ann Savoir, brachte Dichter*innen, Geschichtenerzähler*innen, Musiker*innen und Wortakrobat*innen in einem offenen und einladenden Rahmen zusammen, in dem jede* das Mikrofon ergreifen und ihre Gedanken, Texte und Lieder mit anderen teilen konnte. Einige der Geschichten, die wir zuvor in den Workshops gesammelt hatten – zu Themen wie sexuelle Gesundheit, Lust, Natur und Zugehörigkeit, Klima und Migration – wurden an diesem Abend präsentiert, zusammen mit den wunderbaren Darbietungen von Ann Savoir, Matagumpay, AnTau Samper Salinas, Camille Luc, Gulê Bulgurcu und spontanen Beiträgen aus dem Publikum von Jacky Njoki und Joyce Sabali.

 

Eine Auswahl von Materialien und Publikationen der Partner*innen-Organisationen:

Die Geschichte eines Taschentuchs und Gedanken über Erinnerung, Verlust und Klimawandel
Rose Wanjiku
IWS Radio. Hier reinhören: https://iwspace.de/radio/
International Women* Space / Break Isolation Group
Gesundheitsversorgung für alle - ohne Diskriminierung!
Ein Magazin von Women* in Exile, 2020
Reproduktive Gerechtigkeit - Eine Einleitung
Von Frauen*kreise / Space2Grow; auf Deutsch
In unseren eigenen Worten. Geflüchtete Frauen in Deutschland erzählen von ihren Erfahrungen
Eine Publikation von International Women* Space Publication (erhältlich hier: https://iwspace.de/shop/in-our-own-words/)
Rassismus bei Inhobhutnahme durch das Jugendamt / Racism through the youth welfare office
From Frauen*kreise / Space2GgroW; auf Deutsch und English
Reproductive Justice - An Introduction
By Frauen*kreise / Space2groW; in English
Justicia Reproductiva - Una introducción
Por Frauen*kreise / Space2GgroW; en español

Die Partner*innen-Organisationen:

 

Women* in Exile

Women in Exile ist eine Initiative von Flüchtlingsfrauen, die 2002 in Brandenburg gegründet wurde, um für ihre Rechte zu kämpfen. 2011 gründeten Women in Exile und Aktivist*innen ohne Flucht-Hintergrund die Initiative „Women in Exile and Friends“. Unsere Kämpfe konzentrieren sich auf die Abschaffung aller diskriminierenden Gesetze gegenüber Asylsuchenden und Migranten sowie auf die Zusammenhänge zwischen Rassismus und Sexismus. Gemeinsam entwickeln wir Strategien, um politische Veränderungen zu erreichen und unseren Protest gegen die unmenschlichen Lebensbedingungen von Flüchtlingsfrauen in die Öffentlichkeit zu tragen. 
https://www.women-in-exile.net/en/uber-uns/ 

 

Space2groW

Space2groW ist ein Beratungsprojekt von Frauenkreise für und von Flüchtlings- und Migrantinnen* in Berlin und Brandenburg. Die Projektidee wurde 2017 von Anab Mohamud und Zeina Massad entwickelt. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen als Flüchtlinge und ihrer ehrenamtlichen Beratungsarbeit in Unterkünften erkannten sie den großen Bedarf an Beratungsangeboten für Flüchtlingsfrauen* und schufen Space2groW, einen mehrsprachigen und bedarfsorientierten Dienst. Dafür wurde das Projekt 2018 mit dem Integrationspreis ausgezeichnet. 
https://en.space2grow.de 

 

 

International Women* Space

International Women* Space (IWS) ist eine feministische, antirassistische politische Gruppe in Berlin, deren Mitglieder aus geflüchteten und migrierten Frauen* sowie nicht migrierten Frauen* bestehen. Wir bekämpfen das Patriarchat und dokumentieren alltägliche Gewalt, Rassismus, Sexismus und alle Arten von Diskriminierung. IW*S wurde im Dezember 2012 während der Besetzung der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg durch die Flüchtlingsbewegung gegründet. 

https://iwspace.de/about/