Mathonga Elizwe - Spirits of the Land
Filmvorführung und Podiumsdiskussion mit anschließendem Q&A18.00-19.30
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für Erwachsene
auf Englisch
Mathonga Elizwe – Spirits of the Land
Tsogo Kupa, 2024, 40 Min., Dokumentarfilm
Auf Englisch und isiZulu
Die Kontinuitäten der Apartheid und des Kolonialismus sind eine oft übersehene und unterschätzte Realität, die in Südafrika täglich spürbar ist. Insbesondere die Landverteilung verstärkt strukturelle Ungleichheiten, vertieft Ungerechtigkeiten und perpetuiert die Gewalt gegen diejenigen, die Ansprüche auf das Land ihrer Vorfahren erheben.
Der Film Mathonga Elizwe – Spirits of the Land fasst diese anhaltenden Ungerechtigkeiten und den Kampf um Land zusammen. Er erzählt die Geschichten von drei Rechtssuchenden aus unterschiedlichen Regionen des Landes und schildert die brutalen Kämpfe der Pächter*innen. Sie navigieren im Laufe des Dokumentarfilms Verzögerungen, Drohungen, Demütigungen und Übergriffen durch vermeintliche Landeigentümer*innen, staatliche Bürokratie und allgemeine systematische Hindernisse für eine gerechte Landverteilung. Durch die einfühlsame Erzählung werden wir Zeugen der Stärke, mit der Landpächter*innen weiterhin für ihr Land kämpfen.
Es ist unerlässlich, kritische Diskussionen über die anhaltenden Landkonflikte anzustoßen, damit sie weltweit mehr Aufmerksamkeit erhalten. Diese Gespräche sind besonders relevant im deutschen Kontext, wo die Kolonialgeschichte des Landes nach wie vor oft unter den Teppich gekehrt wird: Seit 1843 siedelten sich Deutsche in der Region KwaZulu-Natal an, um Baumwolle anzubauen und missionarische Aktivitäten zu betreiben, die oft auch von der Landwirtschaft als Einnahmequelle abhängig war. In Online-Foren zur Geschichte der deutschen Kirchen in Natal kann man lesen, dass die Geschichte dieser Orte mit deutschen Missionar*innen begann, was impliziert, dass es zuvor keine Geschichte und keine Menschen gab, denen dieser Raum gehörte, und dass die Besiedlung in Wahrheit niemandem direkt schadete. Der Film zeigt eindrucksvoll, dass dies nicht stimmt und bietet somit eine wertvolle Grundlage, die verflochtenen Geschichten und unsere Verantwortung für die anhaltenden Auswirkungen kolonialer Aktivitäten zu diskutieren. Deutschland unterstützt und legitimiert darüber hinaus weiterhin Landraubpraktiken in anderen Teilen der Welt, beispielsweise in Palästina. Der Film ermöglicht einen sehr aktuellen Einstieg in diese dringend notwendigen Gespräche, indem er eine seltener thematisierte Realität aufgreift.
Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine Podiumsdiskussion mit anschließender Fragerunde statt. Teilnehmen werden Dr. Mnqobi Ngubane, Wissenschaftler und Aktivist an der University of the Witwatersrand in Johannesburg, Dr. Dineo Skosana, Forscherin an derselben Einrichtung, sowie der Filmemacher Tsogo Kupa.
Miranda Hochman, Sara Pyakurel und Madalena Kresimon sind Student*innen und Aktivist*innen aus Argentinien, Nepal bzw. Deutschland. Während ihres gemeinsamen Studiums in Südafrika entdeckten sie den Film und begannen, gemeinsam mit den Filmemacher*innen Filmvorführungen und Spendenaktionen in Deutschland zu organisieren.