ANTI-COLONIAL FILM NIGHT mit _Subkontinent: Kus Kari Gongul
Filmvorführung mit anschließendem Gespräch18.30-21.00
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für Erwachsene
auf Englisch
ANTI-COLONIAL FILM NIGHT mit Subkontinent
Wir freuen uns, die fünfte Ausgabe der Anti-Colonial Film Night in der Spore Initiative anzukündigen. Diese Filmreihe wird vom Jewish Bund und AL.Berlin organisiert. Kommt vorbei und schaut gemeinsam mit uns Filme aus aller Welt, die von Kämpfen gegen Kolonialismus und den damit verbundenen revolutionären Bewegungen erzählen.
Jedes Screening wird von einer oder mehreren lokalen politischen Gruppen oder Aktivist*innen vorgestellt, die die anschließende Diskussion leiten und dabei die Themen des Films mit unserer aktuellen Realität und unseren politischen Kämpfen in Verbindung bringen. Diese Diskussionen werden verschiedene antikoloniale Perspektiven an diesem gemeinsamen Schnittpunkt von Imperium und Kapital zusammenbringen. Wir sehen diese Begegnungen als Räume für kollektives Lernen, Hinterfragen und Reflektieren und als Einladung, sich durch die Unterstützung der Arbeit, Aktionen und Initiativen der teilnehmenden Gruppen stärker zu engagieren.
Kus Kari Gongul – A Song for the Vanishing Fields
(2025)
Sajad Rasool, 56 Min., Dokumentarfilm, Kaschmirisch, Englisch und Urdu mit englischen Untertiteln.
Dieser Dokumentarfilm des Journalisten und Aktivisten Sajad Rasool beleuchtet die sich wandelnde Landschaft im heutigen Kaschmir, wo Felder nicht mehr nur Felder sind und Straßen selten dort enden, wo sie auf der Karte eingezeichnet sind.
Gedreht in Dörfern in Budgam, Pulwama, Shopian und Umgebung, führt der Film durch Obstgärten, die für den Ausbau der Eisenbahn vorgesehen sind, durch Reisfelder, die von der Srinagar Semi Ring Road durchschnitten werden, und durch Weideland, das durch neue Kontrollkorridore verändert wurde. Anhand von Reportagen vor Ort, persönlichen Aussagen von Bäuer*innen sowie Einblicken von politischen Anthropolog*innen und Umweltforscher*innen untersucht der Film, wie groß angelegte Infrastrukturprojekte die Agrarkarte des Tals neu zeichnen: Was als Straße beginnt, wird zu etwas Größerem.
Bauvorhaben dehnen sich auf den Mineralabbau aus, wobei Kies, Sand und Erde aus Flussbetten und den empfindlichen Karewa-Hochebenen abgetragen werden. Bewässerungssysteme, die einst ganze Dörfer versorgten, werden durch veränderte Entwässerungsmuster geschwächt. Streitigkeiten rund um geforderte Entschädigungen entfachen sich still und leise. Land wird enteignet, eingeschränkt und fragmentiert.
Diese Transformation vollzieht sich vor dem Hintergrund einer fragilen Ökologie der Himalayas, die bereits unter Druck steht. Gletscher ziehen sich zurück. Wasserstände sinken. Hochwasserrisiken nehmen zu. Der Film verortet diese Veränderungen in einem breiteren Kontext aus Infrastruktur, staatlicher Macht und unternehmerischer Expansion.
Im Mittelpunkt von Kus Kari Kongul stehen jedoch die Menschen, die die Erde bewirtschaften: Bäuer*innen, deren Parzellen schrumpfen, Hirten, die sich auf veränderten Weidewegen zurechtfinden müssen, und Gemeinschaften, die miterleben, wie sich ihr Land langsam von Ackerland in einen Korridor verwandelt.
Einlass ab 18:30 Uhr. Film beginnt 19:00 Uhr.
Im Anschluss findet ein Gespräch mit dem Regisseur statt. Das Gespräch wird auf Englisch geführt und bei Bedarf simultan übersetzt. Die Filme werden in der Originalsprache mit Untertiteln gezeigt, sofern vorhanden.