Wie erzählen wir Geschichten, die nicht bei der Katastrophe stehen bleiben, sondern Handlungsräume öffnen? Im ersten Teil widmen wir uns dem Constructive Storytelling. Wir suchen nach Narrativen, die Widerstandskraft und Heilung ins Zentrum stellen, ohne die Realität der Zerstörung zu ignorieren.

Licht fällt in dunklen deutschen Wald
Maria Sturm

Danach verlassen wir den Kopf und suchen die direkte, greifbare, spürbare Verbindung zur UMwelt. Wir gehen ins Grüne und begegnen der Natur dort, wo sie am grundlegendsten ist: in der Erde. Wir arbeiten mit dem, was da ist - wir spüren die Textur des Bodens, den Geruch von Gras, die Widerständigkeit der Wurzeln. Diese physische Arbeit ist keine bloße Gartenpflege; es ist eine radikale Form der Rückbindung an die biologischen Prozesse, die uns alle tragen. Es geht an die Wurzeln. Radix, die Wurzel. Das ist, woher die Radikalität kommt.

 

Wir verbinden das Formen von Geschichten mit dem Formen unseres Umfelds. Wir begreifen uns als Teil eines ökologischen Gefüges, das wir nicht irgendwo da draußen ist, sondern das wir aktiv vor Ort mitgestalten. Regeneration braucht beides: neue Erzählungen und Hände, die den Boden dafür bereiten.

 

Den Workshop leitet Elisabeth Weydt. Sie ist die Autorin des Buchs „Die Natur hat Recht“ und steckt am liebsten selbst die Hände in die Erde. Ob in Ecuador, Palästina, Griechenland oder Bayern – sie hat schon in den unterschiedlichsten Böden Kartoffeln und Spargel gesetzt und geerntet. Nicht immer erfolgreich. Dafür bringt sie die Geschichten von unterwegs und die Erfahrung aus verschiedenen Gärten mit.