Ökopastoralismus: Israelische Hirt*innen im besetzten Westjordanland
Workshop13.00-15.00
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für Erwachsene
auf Englisch
In jüngster Zeit tauchen im Westjordanland vermehrt Außenposten zum Weiden von Schafen auf. Diese werden von Siedler*innen genutzt, um palästinensisches Weideland zu enteignen und um die Siedler*innen zu „re-indigenisieren“.
In diesem Workshop untersuchen wir, wie Schafe gezielt als mächtige, aber unterschwellige Kontrollinstrumente genutzt werden, um biblische und spirituelle Vorstellungswelten von der Landschaft und der vermeintlich authentischen Zugehörigkeit von Siedler*innen zu ihr zu erzeugen, zu vermitteln und zu normalisieren. Mit staatlicher Unterstützung haben die alltäglichen Hirtenaktivitäten der Siedler*innen bereits die größte Landnahme im besetzten Westjordanland seit 1967 ermöglicht. Auf der Grundlage ethnografischer Feldforschung wird der Workshop diese von den Siedler*innen als „Hirtenrevolution“ bezeichnete Entwicklung beleuchten. Dieser Workshop ordnet diese Revolution in den Kontext schafbezogener Praktiken in anderen kolonialen Siedlungskontexten sowie in Bezug auf die Hirtenwirtschaft in den frühen Jahren des israelischen Staates ein. Irus Braverman argumentiert, dass die Untersuchung von Siedler-Hirt*innen im Westjordanland unser Verständnis des Siedlerkolonialismus erweitert. Zudem beleuchtet sie, wie Praktiken des “Sheep-Washing”, durch die sich die Siedler*innen als Ökopastoralist*innen positionieren, dazu genutzt werden, Gewalt in den Augen des Besatzungsregimes zu rechtfertigen. Dies verschärft die ohnehin problematischen Siedlerökologien.
Tamar Novick, Sezai Ozan Zeybek und Katharina Lange werden auf Irus Bravermans jüngste Arbeit zur „Schäferrevolution” eingehen und Einblicke aus ihrer Forschung in Palästina, Israel, der Türkei und Syrien teilen. Anschließend sind die Workshop-Teilnehmer*innen eingeladen, zu reagieren, Fragen zu stellen und ihre Fachkenntnisse und Erfahrungen in die Diskussion einzubringen.
Moderation: Hilal Alkan
Wenn ihr am Workshop teilnehmen möchtet, füllt bitte folgendes Formular aus.
In Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Zentrum Modernenr Orient (ZMO).