Längst ist klar: Das aktuelle globale Wirtschaftssystem basiert auf Ausbeutung und zerstört Mensch und Natur zunehmend. Schließlich ist unendliches Wachstum in einer endlichen Welt nicht möglich. Transformation aber schon, ebenso wie Widerstand und Utopie.

 

In dieser Lecture Performance folgen wir drei unterschiedlichen Perspektiven zu diesem Thema.

 

Wir erfahren, welche konkreten Auswirkungen das abstrakte aktuelle „System“ in einem kleinen Nebelregenwaldtal in Ecuador hat und wer in Deutschland die reale Verantwortung dafür trägt. Wir betrachten, wie globale Machtstrukturen, Investitionsabkommen und deutsche Autokonzerne das Leben in einem kleinen, artenreichen Tal in Ecuador direkt beeinflussen. Dies ist ein Beispiel für so viele andere Täler in der Welt.

 

Wir überlegen, welche alternativen Ökonomien möglich wären und teilweise schon Realität geworden sind. Welche Wirtschaftsformen gibt und gab es, die das Leben unterstützen, statt es auszubeuten? Im Kleinen und im Großen? Konkret und real erfahren wir im Nebelwald von kleinen Gemeinschaftsbanken, einem Frauenkollektiv und einem genossenschaftlich organisierten Wasserkraftwerk. Auf der abstrakten Makroebene hören wir von Degrowth und der Donut-Ökonomie.

 

Gemeinsam mit der Journalistin Elisabeth Weydt begeben wir uns auf eine Reise aus Fakten, Geschichten, Musik, Bildern und echten Alternativen. Die Held*innen unserer Reise sind:

 

Carlos Zorrilla (Kuba/USA/Ecuador): Bauer, Großvater und Mitbegründer der ersten Umweltorganisation im jahrzehntelangen erfolgreichen Widerstand des Intag-Tals gegen transnationale Minenkonzerne.

 

Cenaida Guachagmira (Ecuador): Bäuerin, Mutter und Pflanzenheilkundlerin, die ihre eigene Regierung auf die verfassungsmäßigen „Rechte der Natur“ verklagte und somit einforderte, den Wert der Natur zu respektieren. Sie ist in einem genossenschaftlichen Wasserkraftwerk organisiert.

 

Tonny Nowshin (Bangladesch/Deutschland): Sie ist Ökonomin und Klimaaktivistin und analysiert globale Finanzstrukturen. Sie zeigt, wie Degrowth und andere Alternativen zum Kapitalismus auf der Makroebene funktionieren könnten – und das teilweise schon tun.

 

Dieser Abend wird keine trockene Wirtschaftsvorlesung. Wir laden euch ein, Teil der Performance und dieser neuen Wirklichkeit zu werden. Überlegt selbst, was Reichtum, Umverteilung und Wirtschaft für euch bedeuten und wie ihr das für euch und das Gemeinwohl vermehren könnt. Noch weit über diese Veranstaltung hinaus.

 

Auf Englisch und Spanisch mit jeweiliger Simultanübersetzung.