Schnell wird deutlich, dass sich bislang nichts Wesentliches geändert hat. Der Kampf um Gerechtigkeit geht weiter, bis die deutsche Regierung die Verbrechen des Deutschen Kaiserreichs offiziell anerkennt und einen echten Dialog über Reparationen im Rahmen etablierter internationaler Strukturen aufnimmt. Dieser Dialog muss direkt zwischen dem Staat und den Nachkommen der Überlebenden stattfinden.

Swakopmund reconstruction from colonial postcards, 1907, used to reconstruct the town as it looked during the genocide period
Archival photograph: DSWA Postkarten. (Forensic Architecture/Forensis, 2024)

Swakopmund

29 Min., Englisch mit deutschen Untertiteln

 

Dieser Film ist der neueste Teil von Forensic Architectures und Forensis’ Untersuchungen zu den Völkermorden, die das Deutsche Kaiserreich an den Nama und Ovaherero im heutigen Namibia verübt hat. Sie konzentriert sich auf die Hafenstadt Swakopmund. Zwischen 1904 und 1908 befand sich dort ein deutsches Konzentrationslager. Dieses Projekt wurde in Zusammenarbeit mit Aktivist*innen und traditionellen Autoritäten der jeweiligen Gemeinschaften durchgeführt.  Gemeinsam mit Nachkommen von Überlebenden und forensischen Archäologen rekonstruiert diese Untersuchung die Stadt so, wie sie während des Völkermorde existierte. Wir haben das Lager, Orte der Zwangsarbeit und unmarkierte Gräber ausfindig gemacht, die durch die Stadtentwicklung gestört und zerstört wurden. Das Projekt unterstützt die Forderung nach dem dringenden Erhalt dieser Begräbnisstätten sowie nach Aufklärung, die der Leugnung der Völkermorde entgegenwirkt, die in Namibia bis heute fortbesteht.

 

Swakopmund wurde von Forensis und Forensic Architecture in Zusammenarbeit mit der Nama Traditional Leaders Association (NTLA) und der Ovaherero Traditional Authority (OTA) produziert. 

Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Gespräch zwischen Nandiuasora Mazeingo (Ovaherero Genocide Foundation-Vorsitzende), Maboss Johannes Ortmann (NTLA) und Tim Mulhanga (Medico International) statt. Anne Schroeter (ECCHR) wird die Diskussion moderieren.

 

Die Veranstaltung ist Teil der Ausstellung Fractured Lifeworlds: Ovaherero und Nama im Kampf um Gerechtigkeit seit Generationen, für Generationen der Spore Initiative.