Ausgangspunkt ist der Samen – nicht nur als biologisches Material, sondern auch als Zeitmaschine und transnationales Archiv, das Geschichten und die Möglichkeit der Kontinuität über zerbrochene Zeiten und verschobene Geografien hinweg in sich trägt. Die Küche wird zu einer Erweiterung des Samens, zu einem Raum, in dem sein Potenzial verwirklicht, geteilt und wieder in Erinnerung gerufen wird. 

 

Wenn wir Zaatar als eine Form des Wissens betrachen, die in einer besonderen Beziehung zu Land und Boden verwurzelt ist, können wir beginnen, die Komplexität der Region zu erfassen: die artübergreifenden Bündnisse zwischen Menschen, Pflanzen, Boden und Landschaft, die versuchen, sich Besatzung und Ökozid entgegenzustellen. 

 

Erinnerungen sind jedoch keine statischen Archive, sondern andauernde Dialoge, die wachsen und über Generationen hinweg weitergegeben werden. Wie können sich überlieferte Techniken des Kochens, Sammelns und Geschichtenerzählens mit neuen Technologien der Erinnerungsbildung verbinden? 

 

In diesem Küchenworkshop werden wir uns mit dem durch Krieg und Besatzung im Südlibanon verursachten Ökozid auseinandersetzen und untersuchen, wie die dadruch beanspruchten Beziehungen trotz dieser Umstände Bestand haben. Die Teilnehmenden werden gemeinsam einen Zaatar-Salat zubereiten und dabei eigene Geschichten teilen und unterschiedlichen narrativen und theoretischen Impulsen folgen. Küchen verbinden Individuen und Gemeinschaften, sinnliche Erfahrungen und soziale Praktiken sowie lokale Umgebungen und Geschmacksgeschichten. Sie sind Orte, an denen wir uns sowohl an die Vergangenheit erinnern als auch die Gegenwart neu gestalten können. 

 

Füllt bitte dieses Anmeldeformular aus, wenn ihr am Workshop teilnehmen möchtet: Poetics of the Kitchen - Anmeldung

 

Dieser Workshop wird von Epona Hamdan und Lachlan Summers geleitet.