Nach einem Workshop über Zaatar als Einstieg in die Kosmologien und politischen Geschichten des Südlibanons widmen wir uns nun den Themen Verlust, Bruch und Verschwinden. In Kontexten der Zerstörung muss um Kontinuität gekämpft werden. Wie gehen wir mit der durch Besatzung verursachten Auslöschung um und wie schaffen Gemeinschaften Kontinuität inmitten anhaltender Brüche und Auslöschung? Wie können traditionelle Techniken des Kochens, Sammelns und Geschichtenerzählens auf neue, aufkommende Technologien der Erinnerungsbildung Einfluss nehmen? 

 

In diesem Workshop untersuchen wir den durch Krieg und Besatzung im Südlibanon verursachten Ökozid und beleuchten Verlust, Bruch und Verschwinden durch’s Kochen. Küchen verbinden Individuen und Gemeinschaften, sinnliche Erfahrungen und soziale Praktiken sowie lokale Umgebungen und Geschmacksgeschichten. 

 

Kochen und Erinnern sind Akte des Zusammenkommens. Erinnerungen sind keine feststehenden Archive, sondern fortlaufende Gespräche, die wachsen und über Generationen hinweg weitergegeben werden. Ebenso vereinen Mahlzeiten Zutaten, Geschichten, Erinnerungen, Menschen und Umgebungen. Diese Handlungen finden gemeinsam und kollektiv statt und werden über die Zeit hinweg weitergegeben. Durch das Sammeln von Rezepten, Liedern, Gedichten sowie Nachrichten, Neuigkeiten und Plänen wird die Küche zu einem Ort, an dem Erinnerungen genossen und die Zukunft genährt wird. Sie wird zu einem Ort, an dem man inmitten von Verlust und Bruch Kontinuität findet und schafft. 

 

Während sie traditionelle libanesische Sommergerichte mit Kräutern und Käse aus dem Südlibanon zubereiten, kochen, lesen und sprechen die Teilnehmer*innen des Workshops miteinander. Durch den Rhythmus des Schneidens, Lesens, Probierens und Teilens wird die Küche zu mehr als nur einem Ort der Ernährung. 

 

Füllt bitte dieses Anmeldeformular aus, wenn ihr am Workshop teilnehmen möchtet: Poetics of the Kitchen - Anmeldung

 

Dieser Workshop wird von Epona Hamdan und Lachlan Summers geleitet.