Planting Communities: Frühlings-Saatgutaustausch
Community Saatgutaustausch, Gespräch mit dem Gründer eines Netzwerks von mehr als 120 gemeinschaftlichen Saatgutbanken in Ostafrika und Filmvorführung und gemeinsames potluck kochen13.00-16.00
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Intergenerational
auf Englisch
Die Saatgutgewinnung auf dem Bauernhof sowie der Austausch von Saatgut unter Landwirt*innen waren schon immer zentrale Bestandteile unserer Ernährungssysteme. Durch diese Praktiken wird die Agrobiodiversität geschützt, Wissen wird über Generationen hinweg weitergegeben und die landwirtschaftlichen Communities bleiben in der Lage, die Kontrolle darüber, was angebaut und gegessen wird, zu behalten.
Als Anerkennung dieser langjährigen Arbeit und der Rechte der Landwirt*innen auf Saatgut, möchten wir euch zu einem Programm einladen, das Lernens, Austausch und gemeinsame Reflexion in den Mittelpunkt stellt. Im Rahmen dieses Nachmittags und Abends findet ein Online-Gespräch mit dem Seed Savers Network Kenya, ein gemeinschaftlicher Saatgutaustausch und eine abschließende Filmvorführung statt.
Um 13:00 Uhr beginnen wir mit einem Gespräch mit Daniel Wanjama vom Seed Savers Network Kenya. Er ist erfolgreich gegen einen Rechtsrahmen vorgegangen, der das traditionelle Sammeln, Teilen und Tauschen von Saatgut einschränkte. Das Gesetz, das letztendlich vom Obersten Gerichtshof Kenias für verfassungswidrig erklärt wurde, sah Gefängnisstrafen für den Tausch von einheimischem Saatgut vor und begünstigte gleichzeitig gentechnisch verändertes Saatgut multinationaler Konzerne. Dieser juristische Sieg ist bahnbrechend, denn er ermöglicht, dem Seed Savers Network seine Arbeit mit Kleinbauern fortzusetzen, deren Ziel es ist, einheimische Saatgutsorten zu erhalten, zu regenerieren und auszutauschen. Diese Sorten sind widerstandsfähig gegenüber dem Klimawandel und für nachhaltige Ernährungssysteme von entscheidender Bedeutung.
Im Anschluss an das Gespräch beginnt um 14:00 Uhr der Saatguttausch. Bitte bringt Saatgut von bewährten Gemüsesorten und Kräutern mit, um es mit anderen Gärtner*innen auszutauschen. Darüber hinaus kochen wir ein gemeinsames Mittagessen. Bitte bringt Zutaten mit, die in einen gemeinsamen Eintopf passen.
Um 15:30 Uhr zeigen wir den Dokumentarfilm Seeds of Europe von Lennart Kleinschmidt und Lotta Schweikert. Der Film untersucht Basisinitiativen zum Thema Saatgut in ganz Europa und zeigt, wie Landwirt*innen, Gärtner*innen und Saatgutsammler*innen angesichts der industriellen Landwirtschaft, restriktiver Vorschriften und des Verlusts der Agrobiodiversität die Kontrolle über Saatgut zurückgewinnen. Er präsentiert das Sammeln von Saatgut als politische, kulturelle und ökologische Praxis, die von lokalen Kämpfen und Widerstandsaktionen geprägt ist.
Seeds of Europe
2023, Lennart Kleinschmidt & Lotta Schweikert, 30 min., Dokumentarfilm, Verschiedene Sprachen mit englischen Untertiteln
Da die europäischen Saatgutgesetze derzeit überarbeitet werden, finden in der gesamten Region Debatten und Kampagnen statt. Durch die Betrachtung des europäischen Kontexts im Zusammenhang mit den Erfahrungen aus Ostafrika lassen sich sowohl gemeinsame Herausforderungen als auch wesentliche Unterschiede erkennen. Obwohl sich die rechtlichen Rahmenbedingungen, das Klima und die Geschichte unterscheiden, bleiben die Kernfragen dieselben: Wer kontrolliert das Saatgut? Wessen Wissen wird anerkannt? Und wie können Communities widerstandsfähig bleiben? Der grenzüberschreitende Erfahrungsaustausch und die Solidarität stärken das lokale Handeln.
Der Film befasst sich mit Basisinitiativen zum Thema Saatgut in ganz Europa. Er begleitet Landwirte, Gärtner und Saatgutsammler, die sich angesichts der industriellen Landwirtschaft, restriktiver Vorschriften und Unternehmenszusammenschlüsse für den Erhalt der Agrobiodiversität und die Rückgewinnung der Kontrolle über Saatgut einsetzen. Durch Besuche bei lokalen Projekten und persönliche Geschichten zeigt „Seeds of Europe”, wie das Sammeln von Saatgut nicht nur als landwirtschaftliche Praxis, sondern auch als kultureller, politischer und ökologischer Akt funktioniert. Der Film beleuchtet alltägliche Formen des Widerstands und der Fürsorge und macht die Netzwerke und das Wissen sichtbar, die die Saatgutsouveränität in verschiedenen europäischen Kontexten aufrechterhalten.