Die Nimba-Berge zwischen Liberia und Guinea gehören zu den artenreichsten Regionen Westafrikas und zugleich zu einer Landschaft, die seit Jahrzehnten vom Bergbau geprägt ist. Wo sich Natur und lokale Gemeinschaften allmählich von seinen Folgen erholen, kündigt sich bereits der nächste großflächige Eingriff an. Ein internationaler Stahlkonzern will den Erzabbau wieder aufnehmen und stellt das Vorhaben zugleich als Beitrag zum Naturschutz und zu einer „grüneren“ Zukunft dar.

 

Overburden richtet den Blick auf die Menschen, die mit diesen Widersprüchen unmittelbar leben. Der Film begleitet Ranger*innen, Wissenschaftler*innen und Menschen, die sich für den Erhalt der Wälder einsetzen – darunter Moses Darpey, der früher als Jäger arbeitete und heute als Ranger die Berge schützt. Ihre Arbeit führt durch ein Gebiet, in dem wirtschaftliche Interessen, wissenschaftliches Wissen, lokale Erfahrungen und die Erinnerung an frühere Eingriffe untrennbar miteinander verbunden sind.

 

Dabei wird die außergewöhnliche Ökologie der Nimba-Berge selbst zu einer der Hauptfiguren des Films. Eine weltweit nur hier vorkommende lebendgebärende Kröte, Fledermauskolonien in den Höhlen und Schimpansen, die neue Verhaltensweisen entwickeln, erzählen auf ihre Weise davon, wie Leben auf tiefgreifende Veränderungen reagiert.

 

In ruhigen, eindringlichen Bildern fragt Overburden, was Erholung in einer Landschaft bedeutet, deren Zukunft erneut von globalen Rohstoffinteressen bestimmt wird. Der Film erzählt von Anpassung und gegenseitiger Abhängigkeit, aber auch von der Arbeit, die nötig ist, damit beschädigte Lebensräume überhaupt weiterbestehen können.

 

Im Anschluss an die Vorführung sprechen Gregg Mitman und Shadrach Kerwillain mit Aadita Chaudhury. 

 

Organisiert von Jesse Olszynko-Gryn und Sarah Omar aus der Abteilung „Knowledge Systems and Collective Life“ des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte.