Fractured Lifeworlds untersucht dieses Erbe.

 

Die Ausstellung, die über einen Zeitraum von vier Jahren von Forensis und Forensic Architecture in Zusammenarbeit mit Forscher*innen, Nachfahren der betroffenen Gemeinschaften, Oral-Historians, Indigenen Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen in Namibia und Deutschland entwickelt wurde, beleuchtet das Erbe der brutalen deutschen Kolonialisierung Südwestafrikas (1884–1915) und zeichnet ein Bild der Lebenswelten der Vorfahren, die durch koloniale Gewalt verloren gingen. 

Shark Island Camping Site
Shark Island Map
GPR Scanning on Shark Island

Fractured Lifeworlds zeigt, dass Namibia und die deutsche Kolonialgeschichte unverzichtbare Perspektiven aufzeigen, um gegenwärtige Konflikte, ökologische Krisen und unabgeschlossene Geschichtschreibungen, die die heutige Welt prägen, zu verstehen. Die in der Ausstellung aufgezeigten Kontinuitäten fügen sich ein in größere Zusammenhänge von Krieg, Völkermord, Siedlerkolonialismus, auf Technologie gestützten Extraktivismus und dem Erstarken autoritärer und faschistischer Politik.

 

Indem die Ausstellung untersucht, wie koloniale Gewalt, Enteignung, Völkermord, Rohstoffraub und Umweltzerstörung historisch und in der Gegenwart miteinander verflochten sind, versucht sie aufzuzeigen, wie diese Wunden nach wie vor offen sind.

 

Mithilfe von räumlichen Analysen, Satellitenbildern, Umweltmodellierungen, Archivrecherchen und digitalen Rekonstruktionen untersucht Fractured Lifeworlds, wie Projekte im Bereich der sogenannten „grünen Energie“ koloniale Kontinuitäten reproduzieren. Hierbei liegt ein besonderer Fokus auf den Spannungen zwischen den Narrativen der „grünen Wende“ und ungelösten kolonialen Ungerechtigkeiten.

Kapitel 

 

Fractured Lifeworlds erstreckt sich über drei Kapitel – Busch, Wind und Sand –, die jeweils einen Aspekt der namibischen Landschaften widerspiegeln und einen anderen Forschungsschwerpunkt innerhalb des Kooperationsprojekts hervorheben.

 

Das erste Kapitel beginnt in den Buschlandschaften des namibischen Landesinneren, wo Vertreibung und Widerstand die frühen Phasen der Völkermorde prägten. Im Verlauf der Kapitel verlagert sich der Schwerpunkt der Ausstellung auf die Küstenregion der Namib-Wüste, wo deutsche Kolonialtruppen das Klima der Region als Waffe einsetzten, um die Ausrottung ihrer Bewohner*innen voranzutreiben.

 

Jedes Kapitel präsentiert Beiträge namibischer Künstler*innen, die auf den jeweiligen thematischen Schwerpunkt reagieren und so einen Dialog zwischen künstlerischer Praxis und investigativer Forschung eröffnen.

 

Fractured Lifeworlds versammelt Künstler*innen wie Isabel Katjavivi, Tuli Mekondjo, Vitjitua Ndjiharine und Nesindano Namises und umfasst eine Kollaboration mit dem Label PAN Records.

 

Das Ziel dieses Projekts ist es, internationale Solidarität zu fördern und die von der Nama Traditional Leaders Association (NTLA), der Ovaherero Traditional Authority (OTA) und der Okandjoze Chiefs Assembly on Genocide (OCAG) artikulierten Forderungen nach Anerkennung, kulturellem Schutz, Bildung und Reparation zu unterstützen. Damit knüpft sie an die Ausstellung „Inherited Testimonies“ derselben Koalition in der National Art Gallery of Namibia (NAGN) in Windhoek an.

 

Credits:
Forensis, Forensic Architecture und Spore Initiative
Nama Traditional Leaders Association
Ovaherero Traditional Authority
Okandjoze Chiefs Assembly on Genocide
Swakopmund Genocide Museum