Verkörperter Garten
Verkörperte und affektive Praktiken im Garten15.00-19.00
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Für Kinder und Erwachsene
auf Englisch/mehrsprachig
Embodied Garden ist ein ortsspezifisches Projekt, das Körper einlädt, den Garten als einen Raum des Zuhörens, des Verfalls, der Begegnung und der Ruhe zu bewohnen. Auf der Grundlage dekolonialen Denkens und ökosomatischer Praktiken schlägt das Projekt vier verkörperte Interventionen vor, die die Zentralität des Menschen verschieben und Raum für affektive Beziehungen mit pflanzlichen, mikrobiellen und übermenschlichen Welten eröffnen. Durch die Arbeit mit den Sinnen - Berührung, Geruch, Gehör, Schwerkraft und Ruhe - schlagen wir Gesten der Entschleunigung und Aufmerksamkeit vor, die sich extraktivistischen Logiken widersetzen und zu kollektiven Formen der Einstimmung einladen.
Der Garten wird nicht nur zu einem Ort, sondern auch zu einem Kollaborateur - ein lebendiges Terrain, das Erinnerung, Transformation und Verweigerung beinhaltet. Jede Intervention aktiviert eine spezifische Form der körperlichen Präsenz und ermutigt die Teilnehmer, ihre Wahrnehmung zu verlernen und auf andere Rhythmen der Existenz auszurichten.
Dieser Workshop ist besonders geeignet für Künstler*innen, Aktivist*innen, Menschen in der Bildungsarbeit, Pfleger*innen und alle, die sich mit kollektiver Gesundheit, politischer Ökologie oder transformativer Pädagogik beschäftigen. Der Workshop richtet sich auch an alle, die entschleunigen, auf ihren Körper hören und sich andere Wege vorstellen wollen, wie sie in Zeiten der planetarischen Krise präsent sein und zusammenleben können.
Die Arbeit basiert auf dem Verständnis, dass ästhetische und körperliche Erfahrungen eine entscheidende Rolle bei der Vertiefung der Dimensionen der sozialen und klimatischen Gerechtigkeit spielen. Durch die Einbeziehung des Körpers als Ort der Wahrnehmung, Beziehung und Transformation lädt der Workshop die Teilnehmer dazu ein, zu erforschen, wie Gesten, Präsenz, und kollektive Sensibilität neue Wege für ein neues Verständnis von Koexistenz und Fürsorge in Zeiten der Krise eröffnen können.
Interventionen:
1.) Ausruhen mit dem Garten
Von Marina Guzzo (Portugiesisch und Englisch)
Diese Intervention lädt die Teilnehmer*innen ein, sich hinzulegen, zu setzen und mit dem Garten zu entschleunigen. Sie erforscht das Ausruhen als einen Akt des politischen Widerstands und des ökologischen Bewusstseins.
2.) Fallen mit dem Garten
Von Sophie Spiral Schultze-Allen (Deutsch und Englisch)
Eine bewegungsbasierte Erkundung der Hingabe an die Schwerkraft und der ökologischen Demut. Diese Sitzung lädt die Teilnehmer dazu ein, zu erforschen, was es bedeutet, in Beziehung zu Wurzeln, verrottender Materie und den Zyklen der Kompostierung zu fallen.
3.) Riechen mit dem Garten
Von Mayıs Tokel (Türkisch und Englisch)
Verkörperter Geruch und sensorische Erinnerung. In diesem immersiven Geruchs-Workshop sind die Teilnehmer eingeladen, die tiefen Verbindungen zwischen Geruch, Erinnerung und Identität durch die praktische Auseinandersetzung mit aromatischen Pflanzen, Kräutern und Böden zu erforschen.
4.) Dem Garten zuhören
Von João Simão (Portugiesisch und Englisch)
Diese klangbasierte Aktion lädt die Teilnehmer*innen zu einem tiefen Zuhören ein. Mit minimaler akustischer Verstärkung und geführter Aufmerksamkeit schafft João eine Situation, in der die subtile Klanglandschaft des Gartens hörbar wird: Insektenrufe, raschelnde Blätter, mikrobielles Summen und unser eigener Atem.
Der Workshop entstand aus der künstlerischen Forschung von Marina Guzzo, entwickelt in Brasilien an der Bundesuniversität von São Paulo und in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum für affektive Gesellschaften an der Freien Universität Berlin.