Unsettled Earth: Künstler*innen im Gespräch
Einführende Worte von Angela Harutyunyan, gefolgt von einem Künstler*innengespräch mit Sarah Zeryab, Bayan Abu Nahla, Moayed Abou Ammouna und Basyma Saad16.00-18.00
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für Erwachsene
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In diesem Gespräch kommen die Künstler*innen der Ausstellung zusammen, um darüber zu sprechen, wie ihre individuelle Arbeit auf die anhaltende Gewalt des Siedlerkolonialismus’ in der Region reagiert. Moayed Abou Ammouns Fotos zeigen, wie das Leben in Gaza trotz des omnipräsenten Todes und der Zerstörung weitergeht. Bayan Abu Nahlas Aquarell zeichnet die Transformation von Land und Boden von einer Quelle des Lebens zu einem Ort der Gewalt und artifiziellen Knappheit nach. Sarah Zeryabs Filmessay betrachtet das palästinensische Flüchtlingslager als politischen Ort und beschreibt den Weg eines Bauern, der erst zum Flüchtling und schließlich zum Revolutionär wurde. Basyma Saads Zeichnung verbindet Bilder von Olivenernte und mythischen Figuren, welche die koloniale Zerstörung des bäuerlichen Lebens und den anhaltenden Widerstand, der in den weitläufigen Gebieten Palästinas und des Libanon fortbesteht, thematisieren.
Die Veranstaltung beginnt mit einleitenden Bemerkungen der Kunsthistorikerin Angela Harutyunyan. Sie ordnet die Ausstellung Unsettled Earth in Bezug auf Fragen zur politischen Ökonomie des Kunstschaffens und der kulturellen Praxis inmitten von Katastrophen ein.
Angela Harutyunyan ist Professorin für zeitgenössische Kunst und Kunsttheorie an der Universität der Künste Berlin. Von 2011 bis 2023 lehrte sie an der American University of Beirut im Libanon, wo sie auch das Kunstgeschichtsprogramm leitete. Sie ist eine der Gründungsredakteurinnen von ARTMargins, das von MIT Press herausgegeben wird.
Bayan Abu Nahla ist eine bildende Künstlerin aus Gaza. Ihre Leidenschaft gilt Papierzeichnungen, manuellen Techniken, Comics und digitaler Kunst. Sie beschäftigt sich mit Kunst seit ihrer Kindheit. Sie nutzt sie als Mittel zur Selbsterforschung und um persönliche Erfahrungen zu dokumentieren.
Basyma Saad ist eine in Beirut geborene Künstlerin und Autorin. In ihren Arbeit setzt sie sich mit den Themen Trauer, Spontaneität und Überfluss auseinander, wobei neben Essays und Belletristik auch Filme, Performances und Skulpturen Teil ihrer Praxis sind.
Moayed Abu Ammouna wurde als palästinensischer Flüchtling in Gaza-Stadt, Palästina, geboren. Er arbeitet in den Bereichen Fotografie und Film. Er hat einen Bachelor-Abschluss in Medienwissenschaften (Schwerpunkt Radio und Fernsehen) der Al-Aqsa Universität. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit Landfragen, den Lebensbedingungen von Flüchtlingen und der Entwurzelung von Gemeinschaften.
Sarah Zeryab ist eine palästinensische Künstlerin, die sich in ihrer Arbeit mit Bruch, Exil und Widerstand auseinandersetzt. Mit Film, Video und Sound untersucht sie die materiellen, affektiven und ästhetischen Manifestationen dieser Zustände durch nichtlineare Konstellationen von fragmentierten Texten, Bildern und Klängen. Zeryabs Arbeit basiert auf dem Spannungsverhältnis zwischen palästinensischen Flüchtlingslagern, gestohlenem Land und Revolution.