Occupied Stage: Verkörperte Stimmen
Workshop, Filmvorführungen, Live-Musik und gemeinsames Iftar12.00-20.00
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für Kinder und Erwachsene
Arabic/auf Englisch
Diese Auftaktveranstaltung im Rahmen von Occupied Stage eröffnet das Festival mit einem ganztägigen Programm, das verkörperte Praxis, Film, Musik und gemeinschaftliches Ritual miteinander verbindet.
12 – 14 Uhr: Where the Body Speaks – ein Workshop mit Dr. @maiada
Der Tag beginnt mit dem Workshop Where the Body Speaks unter der Leitung von Dr. Maiada Aboud. Aufbauend auf körperorientierten Methoden aus Performance, somatischer Praxis und trauma-sensiblen Ansätzen lädt der Workshop dazu ein, sich über Bewegung, Atem, Schreiben und angeleitete Übungen mit Erinnerung, Schmerz und kollektiver Erfahrung auseinanderzusetzen. Die Teilnehmer*innen werden in zwei Gruppen zu je zehn Personen aufgeteilt. Der Workshop ist auf maximal 20 Teilnehmer*innen begrenzt, um das Format und die Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.
14:30 – 17 Uhr: Filmprogramm
Am Nachmittag folgt die Vorführung des Dokumentarfilms The Devil’s Driver von Mohammad Abugeth & Daniel Carsenty. Ein intimes Porträt über Mobilität, Einschränkungen und Überleben im Westjordanland.
Anschließend zeigen wir den Kurzfilm Ghafweh, eine ruhige Reflexion über Pause und Intimität in einem aufgeladenen Umfeld, von Abdullah Milhem, mit welchem im Anschluss ein Gespräch stattfinden wird. Beide Arbeiten eröffnen intime Perspektiven auf persönliche und politische Erzählungen.
17 – 18 Uhr: Live performance von @takhmeera
Am Abend tritt die Band Takhmeera auf – ein musikalisches Kollektiv, das west- und nordafrikanische Traditionen mit zeitgenössischen Einflüssen verbindet.
Ab 18 Uhr: Community Iftar
Den Abschluss bildet ein gemeinsames Iftar. Das Essen wird von Wasahlan zubereitet, einem von Frauen geführten Kochstudio, das sich von ägyptischen Zutaten, Erinnerungen und interkulturellen Experimenten inspirieren lässt. Das gemeinschaftliche Essen wird von einer Listening Session von Aalia Iraki begleitet.
Durch die Verbindung von Körper, künstlerischer Zeugenschaft und gemeinschaftlichem Zusammenkommen im Kontext des Ramadan reflektiert die Veranstaltung Fragen von Präsenz, Stimme und geteilter Verantwortung im gegenwärtigen kulturellen und sozialen Raum.
Kuratiert von Khawla Belhadj
The Devil’s Driver, 2021
Daniel Carsenty
90 Min., Dokumentarfilm
Arabisch mit englischen Untertiteln
The Devil’s Driver begleitet einen palästinensischen Taxifahrer, der sich durch die Spannungen und Zwänge des Alltags im Westjordanland navigiert. Der Dokumentarfilm bietet ein intimes Porträt von Mobilität, Einschränkungen und Überleben unter Besatzung.
Ghafweh, 2024
Emad Metwally & Abdullah Melhem
Kurzfilm
Englisch
Karim, ein im Exil lebender arabischer Künstler, kämpft mit den quälenden Gespenstern seiner turbulenten Vergangenheit. In dem komplexen Geflecht seiner Erinnerungen manifestieren sich diese Geister als Figuren, von denen jede einen bestimmten Aspekt der Traumata verkörpert, die ihn weiterhin verfolgen. In seinem künstlerischen Schaffen sucht Karim Trost und Erlösung und nutzt seine Kreativität als Medium, um sich mit der Komplexität seiner persönlichen Geschichte auseinanderzusetzen und sie zu verarbeiten. Die Geister erinnern ihn auf eindringliche Weise an die Herausforderungen, denen er sich gestellt hat, und zwingen ihn, inmitten seines Exils das schwierige Gleichgewicht zwischen der Konfrontation mit seinen Dämonen und dem Weg zur Heilung und Selbstfindung zu finden.
Englisch (Hauptsprache), teilweise Arabisch. Das Publikumsgespräch findet auf Englisch statt.
Keine Vorkenntnisse erforderlich. Für den Workshop wird die Bereitschaft zur Teilnahme an leichten Bewegungs- und Reflexionsübungen vorausgesetzt.
Über Occupied Stage
Occupied Stage ist ein Performance-Art-Festival, das die Bühne als Ort der Evidenz, der kritischen Auseinandersetzung und des öffentlichen Zeug*innenschaft neu beansprucht. In Berlin stattfindend – einer Stadt, die von Teilung, Überwachung und ungelösten historischen Spannungen geprägt ist – versteht das Festival Performance zugleich als Akt der Erinnerung und der Konfrontation. Es rückt Gegen-Performance als Praxis in den Vordergrund, die sich gegen Schweigen, Propaganda und die Instrumentalisierung von Erinnerung stellt und Raum für lebendigen Ausdruck sowie für schwierige, nicht neutralisierte Rede schafft.
Das Programm versammelt Künstler*innen aus den Bereichen Performance, Musik, Tanz, Theater, Sound und interdisziplinären Formaten. Es setzt sich mit Fragen von Macht, Vertreibung, Zensur und gesellschaftlicher Verantwortung auseinander.
Festivaltermine (2026): 14. März im Spore Haus; 20.–22. März im Flutgraben; 28. März (Ort TBA).
Veranstaltet von coculture e.V.