Making Local – visuelles Storytelling als Form kreativen Widerstands
Ein Künstler*innengespräch mit José Chi Dzul und Mayur und Tushar Vayeda18.30-20.00
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für Erwachsene
auf Spanisch/auf Englisch
Wir laden euch zu einem Künstler*innen-Gespräch mit dem José Chi Dzul und den Mayur und Tushar Vayeda ein. Nach einer kurzen Einführung in ihr Werk, werden wir über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer künstlerischen Praxis sprechen.
Wie beeinflussen ihre jeweiligen kulturellen, sozialen und geopolitischen Kontexte, ihre visuelle Sprache? Wie gehen sie in ihrer Kunst mit den Herausforderungen um, denen sich ihre lokalen Gemeinschaften gegenübersehen – wie ökologische Krisen, Industrialisierung oder das Verschwinden von traditionellen Wissensformen? Welche Möglichkeiten sehen sie als Künstler dem entgegenzuwirken?
Die Künstler haben im letzten Jahr gemeinsam mit Spore zwei Workshops entwickelt, die in ihren jeweiligen Gemeinden stattfanden: Making Local - Soil & Pigments
Mayur und Tushar Vayeda stellen derzeit einige ihrer Werke im Spore Studio aus. Ein neues Auftragswerk von José Chi Dzul wird ab dem 17. Juni 2023 bei Spore zu sehen sein.
In José Chi Dzuls Werk verschmelzen Elemente aus der Schildermalerei, mit Wörtern und Zeichen – Elementen aus der Maya-Sprache, die er unter Verwendung natürlicher Pigmente auf Wände und großformatige Leinwände projiziert. In ihnen stecken starke Botschaften, teils ironische Kommentare und Rätsel, die es sich zur Aufgabe machen, seinem Erbe eine Stimme zu verleihen, und die zeitgenössische Kultur der Maya in den Vordergrund zu rücken. Wie José es selbst ausdrückt: "Durch die Maya-Sprache in meiner Malerei habe ich die Möglichkeit als heutiger Maya, das Erbe und das Wissen unserer Großeltern zu nutzen. Das Erbe wird hierbei gegenwärtig." Außerdem gründete er das Studio Taller de Arte Contemporáneo KO'OX Túukul KO'OX BOOM (Lasst uns denken, lasst uns malen) in Dzan, Yucatán, als einen Ort der Reflexion und des künstlerischen Experiments für die jüngeren Generationen der Region.
Mayur and Tushar Vayeda pflegen eine traditionelle Indigene Kunstform, bekannt als Warli, die in Maharashtra entstand und noch heute als eine der ältesten Kunstformen weit verbreitet ist. Diese Kunstform, die nicht als Malerei, sondern als eine Art des Schreibens verstanden wird, ist ein wesentlicher Bestandteil von Ritualen, der Feier des Gemeinschaftslebens und der Weitergabe von mündlich überliefertem Wissen an die nächsten Generationen. Mayur und Tushar integrieren neue Elemente in diese visuelle Sprache, und reflektieren dabei über die Veränderungen und Herausforderungen, mit denen ihre Gemeinschaft konfrontiert ist - von Industrialisierung und Klimawandel bis hin zu Migration und Umweltverschmutzung durch Megaprojekte.