Eine Anmeldung ist unter folgender Mailadresse erforderlich: mariela.n@spore-initiative.org

Bitte meldet euch nur an, wenn ihr an mindestens drei Terminen teilnehmen könnt.

 

Alle Sitzungen finden auf Englisch statt. Bei Bedarf unterstützen wir uns gegenseitig mit Übersetzungen.

 

LITERARY INTERVENTIONS #1

 

River in an Ocean: Essays on Translation

3. November 2026 
17:00–19:00 Uhr

 

Zum Auftakt lesen wir River in an Ocean: Essays on Translation, herausgegeben von Nuzhat Abbas:

 

Was kann Sprache über die Körper und Territorien erzählen, die sie durchquert, und über die Geschichten von Macht, Krieg und Vertreibung, die sie mit sich trägt? Die Essaysammlung lädt dazu ein, Übersetzung nicht allein als Übertragung von Wörtern zwischen Sprachen zu begreifen, sondern als eine Praxis, die eng mit Macht, Erinnerung und gelebter Erfahrung verwoben ist.

 

Viele von uns sind keine professionellen Übersetzer*innen und bewegen sich dennoch täglich zwischen Sprachen. Dabei setzen wir uns mit unterschiedlichen Identitäten, Erinnerungen und Formen der Zugehörigkeit auseinander. Gemeinsam wollen wir Übersetzung als politische und zugleich persönliche Praxis erkunden. Wir fragen danach, was Sprachen ermöglichen, was sie unsichtbar machen und wie sie dazu beitragen können, neue Formen der Beziehung über Unterschiede hinweg zu denken.

 

 

LITERARY INTERVENTIONS #2

 

The Extractive Zone: Social Ecologies and Decolonial Perspectives 

17. November 2026 
17:00–19:00 Uhr

 

Die zweite Sitzung der Literary Interventions widmet sich dem Buch The Extractive Zone: Social Ecologies and Decolonial Perspectives von Macarena Gómez-Barris.

 

Wie prägen extraktive Ökonomien nicht nur Landschaften, sondern auch soziale Beziehungen, politische Institutionen und den Alltag? Ausgehend von dekolonialen, feministischen, Indigenen und ökologischen Perspektiven zeigt Gómez-Barris, dass Extraktion weit mehr ist als ein Umweltproblem: Sie ist eine Form der Organisation von Macht. Extraktive Regime bringen rassifizierte und koloniale Formen der Enteignung hervor und bestimmen, welche Territorien, Körper und Wissensformen als entbehrlich gelten. Dem setzt das Buch Praktiken entgegen, die auf ein Leben mit dem Land und auf die Sorge für es ausgerichtet sind. Diese gründen in indigener Präsenz, kollektiver Erinnerung und mehr-als-menschlichen Beziehungen und widersetzen sich der extraktiven Logik.

 

Gemeinsam wollen wir Extraktivismus als politische Frage und als Teil des Alltags erkunden. Wir fragen danach, was dabei als entbehrlich gilt, welche Praktiken sich dieser Logik entziehen und welche anderen Formen der Beziehung zum Land und zueinander dadurch möglich werden.

 

 

LITERARY INTERVENTIONS #3

 

Ch'ixinakax utxiwa: On Practices and Discourses of Decolonization 

24. November 2026 
17:00–19:00 Uhr

 

Diese Sitzung der literarischen Interventionen widmet sich dem Buch Ch'ixinakax utxiwa: On Practices and Discourses of Decolonization von Silvia Rivera Cusicanqui.

 

Was bedeutet es, Dekolonisierung jenseits von Institutionen, offiziellen Erzählungen und akademischen Denkrahmen zu praktizieren? Ausgehend vom Denken der Aymara und jahrzehntelangem politischem Aktivismus stellt Rivera Cusicanqui vorherrschende Vorstellungen von Kolonialität und Dekolonisierung infrage. Sie argumentiert, dass sich beide in alltäglichen Praktiken, Beziehungen und fortwährenden Kämpfen manifestieren. Im Zentrum des Buches steht das Aymara-Konzept ch'ixi, das ein Nebeneinander von Unterschieden beschreibt, bei dem diese bestehen bleiben, ohne in einer einheitlichen Identität aufzugehen.

 

Das Buch lädt dazu ein, Widersprüche nicht als Probleme zu betrachten, die gelöst werden müssen, sondern als Ausgangspunkt für das Denken und Leben. Daran anknüpfend wollen wir gemeinsam überlegen, was diese Perspektive für unser Verständnis von Identität und Zusammenleben eröffnet. Außerdem diskutieren wir, welche Verbindungen sich zu unseren eigenen Erfahrungen und unseren Beziehungen zu anderen herstellen lassen.

 

 

LITERARY INTERVENTIONS #4

 

Undrowned: Schwarze feministische Lektionen von Meeressäugern 

1. Dezember 2026 
17:00–19:00 Uhr

 

In dieser Sitzung der literarischen Interventionen beschäftigen wir uns mit Undrowned: Black Feminist Lessons from Marine Mammals von Alexis Pauline Gumbs.

 

Was können uns die sozialen Lebensweisen von Meeressäugern über das Überleben unter Bedingungen von Gewalt und Vertreibung erzählen? Ausgehend von Schwarzer feministischer Theorie und der genauen Beobachtung von Walen, Delfinen, Seekühen und Robben liest Gumbs deren Formen der Kommunikation, kollektiven Fürsorge und Anpassung als Ausgangspunkt, um über Widerstand, Verwandtschaft und Verkörperung nachzudenken. Das Buch verbindet Meeresbiologie mit Erinnerung und politischer Reflexion. Dabei begreift es den Ozean als einen Ort, von dem aus sich Fragen zu Geschlecht, Race* und Überleben jenseits vertrauter menschlicher Denkmuster neu stellen lassen.

 

Gemeinsam wollen wir diskutieren, was dieser Ansatz sichtbar macht und was er möglicherweise ausblendet. Wir fragen, wie er sich zu den anderen dekolonialen und feministischen Perspektiven verhält, denen wir im Laufe dieses Zyklus begegnet sind, und was es bedeutet, politisches Denken aus dem Leben anderer Spezies zu entwickeln.