Lernen zu wachsen, lernen zu trauern: (Mikro-)Gemeinschaften pflegen
Workshop10.00-13.00
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Für Jugendliche und Erwachsene
auf Englisch/Mit Flüsterübersetzungen
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Wie können wir trauern und gleichzeitig die Zukunft aktiv mitgestalten?
Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch Michelle Terans Kunst und Forschung. Sie gelangte zu ihr durch ihre langjährigen Experimente in einem Gemeinschaftsgarten in Rotterdam. Dort fand sie heraus, wie sich das Gärtnern als Mittel für gemeinsames Nachdenken und Fürsorge nutzen lässt. Aus dieser Perspektive ist kulturelle Teilhabe untrennbar mit der Pflanzenpflege verbunden: Es bedeutet, Ideen, Bräuche und soziale Verhaltensweisen zusammen mit Bakterien, Erde und Pflanzen zu pflegen und zu kultivieren.
Aufbauend auf diesem Ansatz wird Teran eine Reihe von vier miteinander verbundenen Treffen im Garten der Spore Initiative leiten. Jedes Treffen ist um eine praktische Technik herum strukturiert und führt die Teilnehmer*innen in Fermentations- und Kompostierungsmethoden ein, wie sie in der natürlichen Landwirtschaft verwendet werden. Unter Verwendung lokal verfügbarer Zutaten wie Pflanzen in verschiedenen Wachstumsstadien, organischen Stoffen, Regenwasser, Erde und einheimischen Mikroorganismen werden die Teilnehmer*innen gemeinsam Bodenverbesserungsmittel herstellen, die die mikrobielle Aktivität und ein gesundes Pflanzenwachstum fördern. Durch diese gemeinsamen Praktiken wird auch Raum geschaffen, um ökologische Trauer anzuerkennen und die Emotionen anzusprechen, die durch die enge Auseinandersetzung mit geschädigten und sich verändernden Umgebungen entstehen.
Die durch diese Zusammenkünfte gewonnenen Erkenntnisse und Praktiken werden als Soft Scores dokumentiert: flexible Anleitungen oder Leitfäden für kollektives Handeln. Diese Partituren werden in unseren Raum für Erfahrungsaustausch Zeiten bündeln aufgenommen. Die Soft Scores sind so konzipiert, dass sie auf die sich entwickelnde Dynamik der Beteiligten – darunter Menschen, Pflanzen und andere nicht-menschliche Teilnehmer*innen – reagieren.
Am 13. September wird die Reihe mit dem Soft Score Cultivating (Micro)communities fortgesetzt. Der Prozess dreht sich um die Kultivierung natürlich vorkommender Bakterien, Pilze und Hefen aus der näheren Umgebung, aus denen ein mikrobiell reicher Bodenverbesserer entsteht. Zugleich lädt er dazu ein, über Deep Time nachzudenken, über die tiefe Zeit der Erdgeschichte, und über das, was Gemeinschaft mit nicht-menschlichen Lebewesen bedeuten kann.
Joanna Macys Konzept der Aktiven Hoffnung erinnert uns an die weite Geschichte unseres Planeten und an unseren Platz darin. Als Teil eines größeren lebendigen Gefüges hat jede unserer Handlungen, so alltäglich oder bescheiden sie auch sein mag, das Potenzial, Wellen zu schlagen, wenn wir sie bewusst ausführen.
Über drei Wochen hinweg durchlaufen wir die Phasen des Sammelns, Konservierens, Kultivierens und Vermehrens. Dabei pflegen wir als Gruppe eine lebendige Kultur, die wächst, sich vermehrt und sich nach und nach in einen mikrobiell reichen Bodenverbesserer verwandelt.
Im Oktober endet die Reihe mit einer öffentlichen Veranstaltung und Präsentation. Dort sind alle Teilnehmenden eingeladen, den Bodenverbesserer im Garten von Spore auszubringen und ihn so für die kommende Anbausaison vorzubereiten.
Der Workshop findet hauptsächlich auf Englisch statt. Eine Übersetzung ins Deutsche ist durch die Gruppe möglich.
Dieser Workshop ist Teil der Reihe Planting Communities – Lernen zu wachsen, lernen zu trauern.