Coral Practice: Netzwerke der Fürsorge
Ein praxisorientiertes Labor für kollektive Kartierung, Datenerfassung und Sofortmaßnahmen – Workshop17.00-19.00
17.00-19.00
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Für Erwachsene
auf Spanisch/auf Englisch
Dieser Workshop entwickelt Carmen Caros Non-Oppression Laboratory for Artistic and Community-Based Research weiter. Der fortlaufende Recherche- und Entwicklungsprozess begann 2023 und ist aus gelebten Erfahrungen in Kolumbien und darüber hinaus hervorgegangen. Im Labor wird untersucht, wie künstlerische und forschungsbasierte Praktiken selbst Unterdrückung, Ausbeutung, Tokenisierung und ungleiche Machtverhältnisse reproduzieren können. Zugleich werden Werkzeuge für eine ethischere, nicht-unterdrückende und gemeinschaftsorientierte Praxis entwickelt.
In zwei praxisorientierten Einheiten nutzen die Teilnehmenden Methoden des kollektiven Mappings, affektive Kartografien sowie Ansätze aus der Sozial- und Umweltpsychologie, um vorhandene Ressourcen, Beziehungen, Wissensbestände und Fähigkeiten ebenso wie bestehende Lücken und mögliche Handlungsspielräume sichtbar zu machen. Die Ergebnisse fließen in eine gemeinsame Datenbank ein und bilden die Grundlage für konkrete kollektive Aktionen, die den Austausch und die freie Zugänglichkeit von Informationen fördern. Ziel ist es, ein lebendiges Netzwerk der Fürsorge zu stärken und auszubauen.
Der Workshop richtet sich an Kulturarbeiter*innen, Künstler*innen, Community-Organisator*innen, Forschende, Basisaktivist*innen, Landverteidiger*innen und alle, die sich für den Aufbau tragfähiger kollektiver Unterstützungs- und Schutznetzwerke engagieren. Ausgangspunkt sind die gesellschaftlichen und politischen Realitäten Kolumbiens und Lateinamerikas. Gleichzeitig sind Teilnehmende aus anderen Kontexten ausdrücklich willkommen.
Die Initiative reagiert auf den zunehmend von Gewalt geprägten politischen Kontext in Kolumbien und der Region. Rechte Regierungen und autoritäre Kräfte bedrohen das Leben und die Territorien von Menschen und Gemeinschaften, ihre kulturellen Rechte, öffentliche Ressourcen und ihre grundlegende Würde. Zugleich kriminalisieren und schwächen sie gerade jene, die diese Rechte und Lebensgrundlagen verteidigen. Unter diesen Bedingungen darf Fürsorge keine individuelle oder symbolische Praxis bleiben. Sie muss zu einer Strategie des kollektiven Schutzes, des Widerstands und des Überlebens werden. Die Sitzungen sollen dazu beitragen, bestehende Beziehungen und Wissensbestände in konkrete Infrastrukturen der Solidarität zu überführen, die insbesondere Kulturschaffende, Gemeinschaften und Landverteidiger in Kolumbien und Lateinamerika unterstützen.
Um teilzunehmen, schickt bitte eine E-Mail an carmenmariacarog@gmail.com