Die Installation basiert auf Feldforschung mit Landwirt*innen im ganzen Kosovo. Sie untersucht, wie klimatische Störungen die Technologien der Klimavorhersage ebenso unzuverlässig machen wie verkörpertes ökologisches Wissen. Ein relationaler Kalender aus sechzehn Gerüchen zeichnet sechs Momente des Bruchs nach: Spätfrost, neuer Hagel, frühe Hitze, später Regen, früher Frost und ausbleibender Schnee. In ihnen zeigt sich, wie verschobene jahreszeitliche Rhythmen ökologische Beziehungen und das daraus resultierende Wissen verändern. 

Erzë Dinarama, Atelier Brenda

In der Spore Initiative entfaltet sich ein Teil dieses Kalenders als Performance mit acht Gästen, die unter anderem in der Landwirtschaft, im sozialen und ökologischen Aktivismus, in den Naturwissenschaften und in der Anthropologie arbeiten. Ausgehend von ihren eigenen Forschungen, Praktiken, Erfahrungen und Geografien tragen sie die Berichte der Landwirt*innen in andere Geschichten und Formen des Wissens hinein. Im Wechsel zwischen Erzählungen und Orten trägt die Performance zusammen, was sich in den Beziehungen zu Pflanzen, Klima, Landschaften, Arten und jahreszeitlichen Zeichen verändert hat. Zugleich zirkulieren die aus den Beschreibungen der Landwirt*innen entwickelten Gerüche im Publikum und begleiten die Lesungen und Beiträge. 

 

Die Gerüche für Installation und Performance wurden im Labor der Künstlerin und Forscherin Sissel Tolaas entwickelt. Around Emerging Assemblages ist aus Gesprächen zwischen Erzë Dinarama, den Mitwirkenden und dem Programmteam der Spore Initiative hervorgegangen. 

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Raumes für Erfahrungsaustausch Zeiten bündeln statt.