Wiederholung, Verweigerung, Rückkehr: Über das politische Leben der Bilder
Eine Abendschule mit Reem Shilleh18.00-21.00
18.00-21.00
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für Erwachsene
auf Englisch
Diese von der Filmemacherin, Forscherin und Archivarin Reem Shilleh organisierte zweitägige Abendschule untersucht das politische Leben von Bildern unter besonderer Berücksichtigung ihrer Verwendung im Rahmen politischer Kämpfe. Ausgehend von ihrem Projekt „Perpetual Recurrences”, einer Montage militanter Filme aus den Jahren 1968 bis 1982, beschreibt Shilleh das bewegte Bild als einen Ort, an dem Widerstand einstudiert, erinnert und kontinuierlich reaktiviert werden kann.
Anhand von Filmen, Lektüren und Diskussionen wird die Abendschule das Konzept des militanten Bildes als epochen- und technologieübergreifende Form untersuchen:
- Wir werden untersuchen, wie das militante Kino der langen 1970er Jahre ein visuelles Vokabular der Befreiung, Pädagogik und des kollektiven Willens geprägt hat.
- Wir werden darüber diskutieren, wie die heutigen, mit Handys aufgenommenen, weit verbreiteten Videos politischer Kämpfe vor Ort das Erbe der Vergangenheit festhalten und gleichzeitig brechen.
- Wir werden erörtern, wie Archive zu Schlachtfeldern werden, auf denen die Bewahrung des Materials ein Akt des direkten Widerstands gegen koloniale Auslöschung durch andere Staaten ist.
- Darüber hinaus werden wir erörtern, welche affektiven Auswirkungen Bilder, die unter katastrophalen Umständen entstanden sind, auf unser Empfinden von Verantwortung, Mitschuld und Verleugnung habenn.
- Schließlich werden wir darüber nachdenken, welche Art von Handlungen – oder Verweigerungen – Bilder hervorrufen, wenn die von ihnen dargestellten Realitäten die Grenzen der Repräsentation überschreiten.
In ihrer Arbeit innerhalb des Kollektivs Subversive Film rückt Shilleh das Bild in den Vordergrund. Sie betrachtet es nicht als Ornament oder Metapher, sondern als materiellen Beweis, historischen Druck und politische Forderung. Anstatt militante Filme der Vergangenheit als Artefakte zu betrachten, werden wir ihre wiederkehrenden Motive – wie Klassenzimmer, Lagerfeuer, Gassen und gespenstische Fahrten durch zerstörte Landschaften – untersuchen. Dabei betrachten wir, wie diese Motive heute wieder auftauchen: frei von Nostalgie und amplifiziert durch anhaltende Gewalt.
Diese Abendschule versucht keine umfassenden Antworten zu liefern, sondern eröffnet einen Raum, um sich mit dem auseinanderzusetzen, was im und um das Bild herum ungelöst bleibt. Diese Veranstaltung ist ein Arbeitsraum, um sich mit der Instabilität des „Sehens” und „Bezeugens” auseinanderzusetzen. Gemeinsam versuchen wir zu verstehen, wie Bilder zirkulieren und als Instrumente eingesetzt werden, und um die Bewegung von der distanzierten Konfrontation mit Bildern hin zu handelnder, unterstützender und engagierter Solidarität nachzuverfolgen.