Die schweren Bande der Erde
Eine Gruppenausstellung mit Werken aus der Sammlung der Spore InitiativeÖffnungszeiten
dienstags geöffnet: 15:00-19:00
mittwochs geöffnet: 15:00-19:00
donnerstags geöffnet: 15:00-19:00
freitags geöffnet: 15:00-19:00
samstags geöffnet: 12:00-19:00
sonntags geöffnet: 12:00-19:00
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Für Kinder und Erwachsene
mehrsprachig
Kuratiert von Antonia Alampi
Mit Werken von Regina José Galindo, Jaime Lauriano, Lais Myrrha und Charwei Tsai sowie Fotografien aus dem NASA-Fotoarchiv.
Der Kosmos war nie einfach nur da draussen; er passierte auch hier auf der Erde.
Seit Jahrtausenden prägt der Kosmos das irdische Leben: seine Rituale, Kalender, Reisen, seine spirituellen Praktiken, körperlichen Zyklen und Formen menschlicher Organisation. In vielen Wissenstraditionen wurde das Leben auf der Erde anhand seiner Beziehungen zum Kosmischen verstanden.
The Surly Bonds of Earth ist das zweite Kapitel der Ausstellung In Relation, die Arbeiten aus der Spore Collection in wechselnden Konstellationen zeigt. Die ausgestellten Werke bewegen sich zwischen planetarischen Bildern, Aufnahmen von Mondexpeditionen und künstlerischen Untersuchungen zu Territorien, die zutiefst von kolonialer Gewalt geprägt sind. Sie erzählen vom Staunen des Blicks auf ferne Welten und darin liegenden Geschichten des Strebens nach Macht. Die Weltraumforschung entstand aus geopolitischem Wettbewerb und der Aufrüstung von Militärtechnologie. Heute begreift das Bündnis aus Technologie, privatem Kapital und staatlicher Macht das All zunehmend als neue Grenze, die es zu kolonisieren, zu militarisieren und auszubeuten gilt.
Diese Bewegung nach außen findet statt, während Ökosysteme auf der Erde verschwinden, Arten vom Aussterben bedroht sind und der ökologische Kollaps sich beschleunigt.
Im Zentrum der Ausstellung steht ein Akt bewusster Verbrennung. Regina José Galindos Werk La Intención arbeitet mit Geschichten und Motiven von Hexenjagd, Anklage und Opferung: ein Sündenbock, der ausgewählt wurde, um kollektive Ängste und Gewalt zu verkörpern. Die Opferung findet nicht in einer imaginierten Zukunft statt. Viele ertragen bereits jetzt die Brände, Verluste und Vertreibungen, die den Horizont der Wenigen sichern – sei es in von kolonialer Gewalt geprägten Gebieten, wie dem in Jaime Laurianos Werk evozierten Brasilien, oder in weniger sichtbaren Formen der Enteignung, die das Leben weltweit prägen.
The Surly Bonds of Earth untersucht Ideen und Bildwelten von Eroberung, Ausbeutung und Opferung. Die Ausstellung entlarvt die Fantasie, dass noch eine andere Welt zu erobern bliebe, sobald unsere erschöpft ist, und fragt: Welche Welt verwaltest du?
„The Surly Bonds of Earth“ (“Die schweren Bande der Erde”) ist ein Titel, der dem Gedicht „High Flight“ des Kriegsdichters John Gillespie Magee Jr. entlehnt ist – Präsident Ronald Reagan verwendete ihn in seiner Rede nach der Challenger-Katastrophe der NASA im Januar 1986. Der Titel ist eng mit der Militärgeschichte und der Weltraumforschung verbunden und drückt zugleich etwas über zwischenmenschliche Beziehungen aus.