Lernen zu wachsen, Lernen zu trauern: Fermentierter Pflanzensaft
Workshop06.00-10.00
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Für Jugendliche und Erwachsene
auf Deutsch/auf Englisch
Wie können wir trauern und gleichzeitig die Zukunft aktiv gestalten?
Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch Michelle Terans Kunst und Forschung. Sie gelangte zu ihr durch ihre langjährigen Experimente in einem Gemeinschaftsgarten in Rotterdam. Dort fand sie heraus, wie sich das Gärtnern als Mittel für gemeinsames Nachdenken und Fürsorge nutzen lässt. Aus dieser Perspektive ist kulturelle Teilhabe untrennbar mit der Pflanzenpflege verbunden: Es bedeutet, Ideen, Bräuche und soziale Verhaltensweisen zusammen mit Bakterien, Erde und Pflanzen zu pflegen und zu kultivieren.
Aufbauend auf diesem Ansatz wird Teran eine Reihe von vier miteinander verbundenen Treffen im Garten der Spore Initiative leiten. Jedes Treffen ist um eine praktische Technik herum strukturiert und führt die Teilnehmer*innen in Fermentations- und Kompostierungsmethoden ein, wie sie in der natürlichen Landwirtschaft verwendet werden. Unter Verwendung lokal verfügbarer Zutaten wie Pflanzen in verschiedenen Wachstumsstadien, organischen Stoffen, Regenwasser, Erde und einheimischen Mikroorganismen werden die Teilnehmer*innen gemeinsam Bodenverbesserungsmittel herstellen, die die mikrobielle Aktivität und ein gesundes Pflanzenwachstum fördern. Durch diese gemeinsamen Praktiken wird auch Raum geschaffen, um ökologische Trauer anzuerkennen und die Emotionen anzusprechen, die durch die enge Auseinandersetzung mit geschädigten und sich verändernden Umgebungen entstehen.
Die Reihe richtet sich an Personen, die sich mit natürlicher Landwirtschaft, kultureller und pädagogischer Arbeit im Zusammenhang mit der Natur, städtischen Gartenprojekten und gemeinnütziger Arbeit beschäftigen. Wir empfehlen die kontinuierliche Teilnahme an der gesamten Reihe.
Der erste Workshop beginnt im April, kurz vor Sonnenaufgang, wenn die heimischen Pflanzen sprießen. Der Fokus wird hier auf der Herstellung von fermentiertem Pflanzensaft (FPJ) liegen, einer natürlichen Flüssigkeit, die durch die Fermentierung schnell wachsender Pflanzen mit Zucker gewonnen wird, um Nährstoffe zu extrahieren und nützliche Bakterien zu vermehren. FPJ wird verwendet, um das Pflanzenwachstum und die Bodengesundheit zu fördern. FPJ wird geschätzt, da es gesunde, kräftige Pflanzen fördert und gleichzeitig die Bodenbiologie sanft und nachhaltig verbessert.
In jeder Sitzung legen wir Wert auf achtsames Zuhören und Reagieren, sowohl gegenüber dem Land als auch untereinander. Die Teilnehmer*innen werden eingeladen, zu beobachten, was wächst, was erntereif ist, was Unterstützung braucht und was abstirbt. Teil der Workshopreihe sind der Umgang mit Materialien und deren Verarbeitung, das Ernten und Kochen, Rezepte für Menschen und Boden, Fragen zur Reflexion, Erkundungsspaziergänge und andere Formen des kollektiven Handelns.
Die durch diese Treffen gewonnenen Erkenntnisse und Praktiken werden als „Soft Scores“ dokumentiert: flexible Anweisungen oder Richtlinien für gemeinsames Handeln. Diese Soft Scores sind so konzipiert, dass sie auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Beteiligten – darunter Menschen, Pflanzen und andere nicht-menschliche Teilnehmer*innen – reagieren können.
Die Soft-Score-Reihe wird im Juni um die Sonnenwende herum fortgesetzt, wenn der geerntete Knoblauch fermentiert. Im September liegt der Schwerpunkt auf der Kultivierung und Zubereitung einheimischer Mikroorganismen, jedoch nicht auf dem Überkochen. Die Reihe endet im Oktober mit einer öffentlichen Versammlung und Präsentation, die direkt nach dem Regen stattfindet, wenn der Boden feucht ist. Die Besucher*innen werden Bodenverbesserungsmittel im Garten von Spore verteilen. Diese Mittel fördern die mikrobielle Aktivität und bereiten den Boden so auf die nächste Vegetationsperiode vor.
Wenn du dich für die Reihe anmelden und einen Zeitplan für die Veranstaltungen erhalten möchtest, schicke uns bitte eine E-Mail an participate@spore-initiative.org. Erläutere in deiner Nachricht bitte, warum du an dieser Reihe interessiert bist. Die Teilnahme ist auf 15 Personen pro Workshop begrenzt.
Der Workshop wird hautpsächlich in Englisch angeleitet. Eine Übersetzung ins Deutsche durch die Gruppe ist möglich.
This working principle was developed by Michelle Teran in collaboration with Learning Grounds, an informal network in Rotterdam that brings together artists, cultural workers, researchers, and gardeners. Through hands-on engagement in green spaces, Learning Grounds proposes alternatives to infrastructures of separation. By focusing on scalable, embodied practices, the network cultivates new ways of living and relating—reshaping how culture is understood and how futures are grown.