Land, Erinnerung und Gerechtigkeit in Namaqualand
Energiewende zwischen kolonialer Geschichte und Ausbeutung – ein Gespräch mit Sima Luipert im Rahmen von Fractured Lifeworlds18.30-20.00
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Für Erwachsene
auf Englisch
Wie wirkt die Kolonialgeschichte bis heute dort nach, wo die Energiewende gebaut wird?
Sima Luipert, Mitglied des Fachausschusses der Nama Traditional Leaders Association, und Anne Schroeter vom European Center for Constitutional and Human Rights vereinen gelebte Erfahrung aus den Kämpfen der Gemeinschaften vor Ort mit juristischer Arbeit für Indigene Rechte und Restitution. Anstatt den Kolonialismus als abgeschlossene Vergangenheit zu betrachten, untersuchen sie, wie dessen Strukturen die heutige Klimapolitik und die weltweite Nachfrage nach „grünen” Ressourcen beeinflussen.
Während Europa auf erneuerbare Energien setzt, gelten Großprojekte für grünen Wasserstoff in Namibia zunehmend als Symbole einer nachhaltigen Zukunft. Für die Nama-Gemeinschaften in Namaqualand, ihrem angestammten Gebiet im Süden des Landes, werfen diese Projekte altbekannte Fragen zu Land, Mitbestimmung, Erinnerung und Gerechtigkeit auf. Wo Deutschlands koloniale Vergangenheit und seine heutigen Energieinteressen zusammentreffen, laufen sie Gefahr, zu einer neuen Form des Extraktivismus zu werden, die koloniale Machtverhältnisse fortschreibt.
Die Veranstaltung begleitet die Ausstellung Fractured Lifeworlds: Ovaherero und Nama im Kampf für Gerechtigkeit, die das Ergebnis von fünf Jahren Recherche von Forensis und Forensic Architecture gemeinsam mit dem ECCHR, der NTLA und weiteren Partnerorganisationen in Deutschland und Namibia ist. Das öffentliche Begleitprogramm wird unter anderem von medico international und der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert.