Confluence of Water Bodies
Confluencing Practices09.00-22.00
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Für Erwachsene
auf Deutsch/auf Englisch
Confluencing ist die Praxis, Ideen, Methoden und Erfahrungen miteinander ins Gespräch zu bringen und sie zwischen Orten, Disziplinen und Einzugsgebieten wandern zu lassen — mit dem Ziel, Wasserökosysteme zu regenerieren. Das Wasser als unverzichtbar für alles Leben anzuerkennen, sich zu ihm in Beziehung zu setzen und für es zu sorgen: Das sind Praktiken und Lebensweisen, die indigene Gemeinschaften über Generationen hinweg weitergeben konnten.
— Die Organisator*innen
Wie können wir anders mit Wasser zusammenleben? Vom 3. bis 6. September 2026 wird die Spree zur Gastgeberin der vierten Ausgabe von Confluence of European Water Bodies in Berlin. An vier Tagen versammeln sich Flüsse, Seen, Lagunen, Gletscher, Meere und Feuchtgebiete aus ganz Europa, um eine Reihe gemeinsamer Fragen zu erkunden: Wie können wir lernen, anders mit Wasser zu leben? Welche Verantwortungen leiten sich daraus ab, wenn wir aquatische Ökosysteme als Lebewesen anerkennen? Wie erschaffen wir Kulturen der Fürsorge im Umgang mit Wasser? Die diesjährige Ausgabe entfaltet sich an vier Schauplätzen in Berlin: FLUSSBAD Campus, SPORE Initiative, Spreepark Art Space und Floating University Berlin.
Vier Tage lang versammeln sich Teilnehmende zu Workshops, Performances, gemeinsamen Mahlzeiten, Ritualen, Listening Sessions, künstlerischen Interventionen, öffentlichen Gesprächen und einem Multispezies-Parlament. Auf dem Programm steht auch ein Gastvortrag der angesehenen hydrofeministischen Philosophin und Kulturtheoretikerin Astrida Neimanis. „The Confluence“ ist ein wachsendes paneuropäisches Netzwerk und eine Kampagne von über 40 Gewässern und ihren Gemeinschaften, die in den Bereichen Kunst, Ökologie, Recht, Aktivismus, Forschung und öffentlichem Engagement tätig sind. Sie rufen zur rechtlichen und kulturellen Anerkennung von Gewässern als lebendige und politische Akteure auf, während sie mit neuen Formen der Water Stewardship, Demokratie und ökologischen Koexistenz experimentieren.
Unter dem Titel Praktiken des Zusammenflusses eröffnet Confluence am zweiten Tag sein Netzwerk der Öffentlichkeit. Dieser Tag bietet die Gelegenheit, Menschen zu treffen, die sich um die zentralen Gewässer ihrer Regionen kümmern, sie repräsentieren und für sie eintreten. Das Programm beleuchtet vielen Wege, mit Wasser in Beziehung zu treten – von der Renaturierung von Flüssen und der Förderung einer Umweltjurisprudenz bis hin zur Entwicklung von KI-Fluss-Avataren, der Durchführung von Wasserhochzeiten und dem Experimentieren mit neuen Formen der artenübergreifenden Verwaltung. Zusammen zeigen diese Praktiken die vielfältigen Wege auf, wie Kultur auf unsere Beziehung zum Wasser einwirken kann, und machen deutlich, dass neue kulturelle Narrative und Vorstellungen häufig die Grundlage für ökosoziale Praktiken und politischen Wandel bilden. Der Tag beginnt mit einem „Willkommen an alle Gewässer“, einer kollektiven Vorstellung aller Gewässer und Gemeinschaften des Confluence-Netzwerks.
Teilnehmende können aus einem vielfältigen Programm rund um Wasserrechte, Renaturierung von Flüssen, Geschichtenerzählen, Wasserkämpfe der Sami, grenzüberschreitende Wasserdiplomatie, ökologische Verwaltung, mehrsprachige Beziehungen zum Wasser, aquatische Esskulturen, Wasserhochzeiten und öffentliche Politik wählen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – bringt einfach eure Neugier mit, euch mit Wasser zu verbinden!
Nach einem Tag voller Begegnungen und einer gemeinsamen Mahlzeit endet der Abend mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion zur ökologischen Rechtspersönlichkeit des Mar Menor – des ersten Ökosystems Europas, dem eigene Rechte zugesprochen wurden. Im Anschluss schafft die Musikerin Iro Menares in einem Konzert durch Klang und Empfindung eine Beziehung zum Ozean. Ganz gleich, ob du nur an einem Workshop teilnimmst oder den ganzen Tag mit uns verbringst: Praktiken des Zusammenflusses ist eine Einladung, Teil einer wachsenden translokalen Gemeinschaft zu werden, die mit neuen Wegen des Zusammenlebens, Regierens und Schaffens im Zusammenhang mit Wasser experimentiert.
Weitere Informationen zum viertägigen Programm der Confluence findest du hier.
04. September in der Spore
09:00 — Ankunft
Ankunft der Teilnehmenden in der Spore Initiative.
09:30 — Begrüßung
Eröffnungsworte der Spore Initiative (Lotta Schäfer), gefolgt vom Confluence Stream Team: Was bisher geschehen ist und wie es mit der Confluence of European Water Bodies weitergeht.
10:15 — Welcome Waters
Alle Gewässervertreter*innen stellen kurz ihre Gewässer und Initiativen vor — eine gemeinsame Eröffnung der leitenden Fragestellung des Treffens.
11:30 — Europäische Bürgerinitiative für die Rechte der Natur
Eine 20-minütige Einführung in die Europäische Bürgerinitiative, die im Oktober 2026 zur Unterzeichnung freigegeben wird und europaweites Handeln für die Rechte der Natur fordert. Stella Bongiorno & Emmanuel Schlichter, Rechte der Natur e.V.
12:00 — Mittagessen
Gemeinsames Mittagessen in der Kantine, kuratiert vom Café Rummana. Essen für 7 €.
13:00–15:00 — Übersicht der Workshops — Slot 1
Die Workshops finden parallel in den Räumen der Spore statt. Bitte registriere dich vorab.
Details werden noch bekannt gegeben
Was würde es bedeuten, Geschichten mit oder als ein Fluss zu erzählen statt bloß über ihn? Ausgehend von seinem Projekt „talking salmon" in indigenen samischen Flussgemeinschaften (Norwegen/Finnland) versteht der Autor und Forscher Prof. Torsten Schäfer (Hochschule Darmstadt) das Erzählen als Praxis wechselseitiger mehr-als-menschlicher Beziehungen. Das Projekt folgt Wanderfischen über Flüsse und Küsten hinweg und begreift Narration als Perspektivwechsel: von der Beobachtung hin zu Verwandtschaft, Reziprozität und ökologischer Imagination, wie sie etwa im samischen Erzählen und in der Tiefenökologie (Joana Macy) verwurzelt ist. Der Kreativschreib-Workshop erprobt vier Positionen: Geschichten über die Natur, in der Natur, mit einem Tier und — als spekulative Übung — aus der Perspektive eines Fisches in der Spree. Dieser Gestaltwandel, inspiriert auch vom Anthropomorphismus samischer Gedichte, eröffnet neue Denkweisen über Flüsse, Klimaanpassung und die Erzählungen, in denen gemeinsame Zukünfte vorstellbar werden.
In Zeiten klimatischer Unsicherheit können die alten Flüsse Mesopotamiens Nationen entzweien — oder zu Schlagadern des Friedens werden. Jenseits der Erzählung geopolitischer Grenzen betrachtet diese Session Tigris und Euphrat als Verbindungslinien zwischen Menschen und Natur. Sie befasst sich mit den destabilisierenden Folgen von Megastaudämmen und dem gefährlichen Präzedenzfall, Wasser als Waffe einzusetzen, und rückt zugleich die Widerstandskraft lokaler Gemeinschaften ins Licht. Verankert in der kulturellen Vielfalt Syriens, der Türkei, des Irak und des Iran, schöpft die Diskussion unmittelbar aus dem Mesopotamia Water Forum im Oktober 2025 in Diyarbakır/Amed, wo über 300 Aktivist*innen aus den vier Ländern ihre Allianzen zum Schutz des Flussbeckens gestärkt haben. Gemeinsam wollen wir aus geteilten Herausforderungen geteilte Lösungen machen.
Haben Gewässer uns dazu inspiriert, Namen und Worte zu finden, mit ihnen in einen Resonanzraum zu treten? Wir wollen dem Wasser in unseren Muttersprachen zuhören: Worten, die den Klang oder die Stille von Flüssen, Seen, Teichen, Lagunen, Gletschern und Meeren widerspiegeln. Das vom Soziologen Hartmut Rosa geprägte Konzept der Resonanz verweist auf eine Sehnsucht nach schwingenden Beziehungen, die in uns allen liegt. Sprache ist ein mächtiges Medium, um diese Resonanz zu stärken, und verwebt unsere Sinne, Erinnerungen und Werte darin. Welche Wirkung haben unsere Worte auf das Wasser, welche Beziehung stellen wir damit her? Der Workshop erkundet die Sprache des Wassers — klar, geschützt, frei von Schadstoffen, sprudelnd, lebendig in seinem Fließen — und wie das Erinnern alter Worte und das Erzählen neuer Geschichten das Wesen des Wassers in unseren Alltag zurückholen kann.
Eine Buchhandlung trifft auf eine Wasserbar. kombibad books ist eine wachsende Sammlung von Publikationen, von denen viele das Wasser zum Thema haben; die Wasserbar sammelt Leitungswasser von unterschiedlichen Orten und lädt dazu ein, eigenes Wasser von zu Hause beizutragen. Beide Kunstprojekte sind in der Spore Initiative installiert und den ganzen Tag über zugänglich; beide sollen Menschen zusammenbringen und Wissen über jenes Element teilen, das 70 % des Planeten bedeckt. Im zweistündigen Workshop nehmen die Teilnehmenden ihre persönlichen Wassergeschichten auf: das Wasser, zu dem sie gehören, und das, was sie an der Berliner Spree entdecken möchten. Sie sind zudem eingeladen, die verschiedenen Wasserstimmen der Confluence zu verbinden und gemeinsames Klangmaterial zu schaffen, das vom unabhängigen Berliner Radiosender „Cashmere Radio" zu einem Hörstück verarbeitet wird.
Bitte 1 Liter Wasser von zu Hause zum Teilen mitbringen.
Welches Gewässer liebst du? Da wir selbst größtenteils aus Wasser bestehen, haben wir alle eine Verbindung zu größeren Gewässern. Dieser Workshop zeigt, wie sich Graswurzelaktivismus, lokale Politikveränderung und Verschiebungen in rechtlichen wie kulturellen Perspektiven durch die Praxis der „Water Weddings" verbinden lassen — Rituale, die weit über symbolische Gesten hinausgehen und tatsächlich verändern können, wie Flüsse wahrgenommen, vertreten und verteidigt werden. Zwischen Meditation, Storytelling und Poesie erzählt Meg Avon ihren Weg von der Wildschwimmerin zur ersten River Bride Großbritanniens und vom persönlichen Ritual zur internationalen Advocacy für die Rechte der Natur. Zum Abschluss liest sie aus ihrem Gedichtband My Avon und macht einen ebenso spielerischen wie ernsten Vorschlag: Könnte der Weltwassertag auch zum World Water Wedding Day werden?
15:00 — Kaffeepause
Filterkaffee auf der Terrasse, die Wasserbar geht im Spore-Garten weiter. Offen für alle.
13:00–15:00 — Übersicht der Workshops — Slot 2
Die Workshops finden parallel in den Räumen der Spore statt. Bitte registriere dich vorab.
Beunruhigt über die Zukunft der Landwirtschaft? Die Teilnehmenden bereiten das Abendessen mit Kräutern und Gemüse von einem regenerativen queer-feministischen Hof in Brandenburg zu und tauschen dabei Wissen über den Umgang mit Dürren, Biodiversitätsverlust und unberechenbaren Wetterlagen aus, während gemeinsam ein veganes, regional erzeugtes Festmahl entsteht. Vom Schöpfen aus dem kollektiven lokalen Reichtum der „Abfallprodukte" über Kulturpflanzen, die für die Region neu sind, bis hin zum Wahrnehmen des Wassers in all seinen Formen: Der Workshop eröffnet hoffnungsvolle Ansätze für den Nahrungsanbau in Zeiten der Klimakrise.
Wie könnte ein Fluss an Entscheidungen teilhaben, die seine eigene Zukunft bestimmen? Der im EU Policy Lab entwickelte Nature Consultation Field Guide bietet praktische Methoden, um mehr-als-menschliche Perspektiven in kollektive Entscheidungsprozesse einzubringen. In Kleingruppen erproben und adaptieren die Teilnehmenden seine Werkzeuge und untersuchen, wie ein Fluss als Stakeholder konsultiert werden könnte, statt als Objekt des Managements behandelt zu werden. Der Field Guide gilt dabei als sich fortlaufend entwickelnder Prototyp: Durch Experiment und kritische Reflexion helfen die Teilnehmenden, seine Methoden praktikabler, ehrlicher und empfindsamer für die Komplexität der Repräsentation von Natur zu machen — und tragen so zu einer laufenden Debatte darüber bei, wie öffentliche Institutionen, einschließlich der Europäischen Kommission, eines Tages anders zuhören lernen könnten.
Vom Mar Menor bis zur Ouse, von der Loire bis zur Oder: Weltweit werden Forderungen nach Rechten und Rechtspersönlichkeit für aquatische Ökosysteme laut. Die Teilnehmenden tauchen in diese Wasserlandschaft ein, schwimmen entlang der Strömungen von Gewässer-Stewardship und mehr-als-menschlicher Governance und vergleichen, teilen und kartieren Praktiken und Erfahrungen aus Bewegungen für Gewässerrechte in Europa und darüber hinaus.
Dieser performative Workshop erkundet, wie multisensorisches Erleben — mit Bild, Klang und Duft — zu einem Werkzeug werden kann, um sich wieder mit Gewässern und insbesondere mit der Tiefsee zu verbinden. Die Teilnehmenden bewegen sich durch den Raum, während Erinnerungen über Verkörperung und sinnliche Stimulation auftauchen. Das öffnet den Weg zu einer Reflexion über den „Algorithmus der Gewalt": die systematische, sich akkumulierende Zerstörung natürlicher Ökosysteme und die Frage, wo bedeutsame Veränderung beginnen kann. Im zweiten Teil arbeiten die Teilnehmenden mit Text und Zeichnung, um dem Meer, den Flüssen und dem Wasser eine Stimme in der Debatte zu geben, eine gemeinsame Sprache zu entwickeln und neue Wege zu erkunden, sich mit dem Mehr-als-Menschlichen zu verbünden.
Der Diplomatic Suitcase ist eine multimediale, tragbare Installation, die sich zu einer lebendigen Ausstellung entfaltet — buchstäblich ein Koffer, der zum Begegnungsraum wird und die Identitäten der beteiligten Gewässer überallhin mitträgt. Der Workshop fragt, wie sich seine Reichweite erweitern und die Art vertiefen lässt, in der die Confluence ihre Forschung, Ideen und Ansätze teilt. Die Teilnehmenden untersuchen, wie Ideen und Geschichten zwischen Kontexten und Gemeinschaften „reisen" und wie Netzwerke aus Menschen, Mehr-als-Menschlichen, Objekten und Orten einander verbinden und prägen. Durch kollektives Einstimmen, Imagination, Synchronisation und close reading nähern wir uns dem Koffer zugleich als Wanderausstellung und als Werkzeug des Community-Building. Neueinsteiger*innen sind ebenso willkommen wie alle, die den Koffer bereits kennen.
Jahrhundertelang wurden Flüsse begradigt, gestaut und eingeengt: Auen verschwanden, Lebensräume zerfielen, dynamische Wasserläufe wurden zu berechenbarer Infrastruktur. Was bräuchte es, um eine andere Zukunft zu denken? Ausgehend von Beispielen gelungener Flussrenaturierung und von Zukunftsbildern für die Spree erkundet dieser Workshop, wie Flüsse wieder zu lebendigen Habitaten für Fische, Muscheln, Otter, Wasserpflanzen und unzählige weitere Arten werden können. Neben der ökologischen Renaturierung wird auch betrachtet, wie künstliche Intelligenz neue Fluss-Imaginationen unterstützen und Möglichkeiten jenseits heutiger Landschaften sichtbar machen kann. Statt Flüsse hinzunehmen, wie sie sind, begreift der Workshop die Imagination selbst als Praxis der Flussrenaturierung.
Öffentliches Abendprogramm
18:00 — Gemeinsames Abendessen im Garten
Ein gemeinsames Essen im Spore-Garten zum Abschluss der Workshops des Tages. Im Anschluss teilt je eine Person pro Workshop eine kurze Reflexion: Was hat sich im Raum bewegt, welche Frage bleibt offen?
19:00–20:30 — Spree meets ¡Mar Menor Vivo! — Vortrag, Panel, Diskussion
Die Salzwasserlagune Mar Menor und ihr Einzugsgebiet in Murcia, Spanien, ist die erste natürliche Rechtsperson Europas und zugleich ein fragiles aquatisches Ökosystem, das unter starker Verschmutzung leidet. Mit den Aktivistinnen der Alianza Mar Menor Julia Albaladejo und Teresa Conesa, der Rechtswissenschaftlerin und Goldman-Preisträgerin Teresa Vicente sowie dem Anthropologen Julian Purrmann unternimmt das Panel einen „deep dive" in die Lagune: Warum und wie erlangte das Mar Menor Rechtspersönlichkeit, und was bedeutet das heute für die Lagune? Wie ist das Mar Menor in der rechtlich-politischen Sphäre verkörpert, und wo liegen die Herausforderungen? Die Geschichte des Mar Menor ist zu einem Bezugspunkt für Gewässer in ganz Europa geworden. Statt ein fertiges Modell zu präsentieren, reflektiert das Gespräch ein laufendes Experiment ökologischer Demokratie. Moderation: Imke Horstmannshoff.
19:30–20:30 — DJ Ambient Music & Hangout
Ambient-Live-Set von Iro Menares.
20:45–21:15 — Between Desert and Ocean — Konzert von Iro Menares
Eine 30-minütige Performance, die eine Aufnahme des Pazifischen Ozeans mit Gitarre und Stimme zusammenbringt. Sie erzählt vom Leben an der Küste von Antofagasta — vom Strand, den Sonnenuntergängen, den sternklaren Nächten, in denen am Meer gesungen wurde — und ist ein Versuch, in diesen Raum der Erinnerung und des Friedens zurückzukehren und den Ozean als Klang und als Gefühl gegenwärtig zu halten.
Installationen sind über den gesamten Tag und teils darüber hinaus bei Spore zu sehen:
Eine sinnliche und kritische Erfahrung, in der das Eintauchen in Klang die Spannung zwischen der Faszination für den Ozean und extraktivistischer Gewalt offenlegt. Die Besucher*innen steigen hinab in das Dämmerlicht eines marinen Mikrokosmos; mit einer Muschel am Ohr wird das Meer hörbar. Die Installation lädt dazu ein, sich dieser beruhigenden Präsenz hinzugeben, und richtet zugleich einen kritischen Blick auf den Tiefseebergbau — eine aufkommende Industrie, deren Fürsprecherinnen uns mitunter mit techno-verführerischer Rhetorik mitreißen und die Kolonisierung dieses unberührten Raums rechtfertigen. Immer wieder kehrt die Installation zu den Tiefseeorganismen, Strömungen und Sedimenten zurück, unseren Weggefährt*innen, in ihrem Element.
Überall auf der Welt hinterlassen wir Spuren aus Plastik, auch in der Spree. Im Projekt „Plastik fischen gegen das Vergessen" haben wir gemeinsam mit Freundinnen, Kolleginnen und Passant*innen mit Netzen Plastik aus der Spree gefischt und Unterwassergeräusche aufgenommen. Die gesammelten Objekte wurden in Cyanotypie-Banner auf Stoff verwandelt, begleitet von einer Klanginstallation, die daran erinnert, unsere Flüsse zu schützen.
Die erste Confluence-Publikation — eine Sonderausgabe der Ca' Foscari Universität Venedig mit 15 künstlerischen, aktivistischen und akademischen Essays von Mitgliedern des Netzwerks — liegt den ganzen Tag über zum Blättern bereit, zusammen mit weiteren Ressourcen und Forschungsmaterial aus dem Netzwerk.
*Ein Hinweis zu Nichterscheinen und zur Anmeldung:
Die Teilnahme ist kostenlos, die Plätze sind jedoch begrenzt. Mit deiner Anmeldung reservierst du einen Platz, der nicht ohne Weiteres auf eine andere Person übertragen werden kann, wenn du nicht erscheinst. Wir bitten dich daher, dich nur anzumelden, wenn du wirklich teilnehmen möchtest. Vielen Dank, dass du uns hilfst, diesen Tag so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen.
Wir sind:
Akerselva (NO), Antarctica, Baltic Sea (SE, FI, LV), Caspian Sea, Danube (AT), Deep Sea, Dogger Bank (NL, DE, DK, UK), Dreisam (DE), Drina (SRB), Elbe (DE), Euphrates, Genova Waters (IT), Gudenå (DK), Irish Sea (UK), River Liffey (UK), Klarälven (SE, NO), Laguna de la Janda (ES), Lake Inari (FI), Loire (FR), Loisach (DE), Manzanares (ES), Mar Menor (ES), Mediterranean, Meuse / Maas (NL), Modau (DE), Mtkvari (GE), North Sea (NL), Odra (PL, CZ), Oslo Fjord (NO), Ouse (UK), Pek (SRB), Piave (IT), Reuss (CH), Reva (SRB), Rhine (NL), Rhône (CH), River Avon (UK), River Dôn (UK), Scheldt (NL, BE), Seine (FR), Snæfellsjökull (IS), Spree (DE), Storsjön (SE), Tagliamento (IT), Tara (ME), Tavignanu (FR), Tay (UK), Tejo (PT), Ticino (CH), Tigris, Topčiderka (SRB), Vättern (SE), Venice Lagoon (IT), Viskan (SE), Vistula (PL), Wattenmeer / Wadden Sea (NL, DE), and Zenne (BE).
Leitung der Kuration, des Design & der Forschung
Léon Gross & Jakob Kukula (Symbiotic Lab)
Gastgeber*innen
River Spree · FLUSSBAD Campus · SPORE Initiative · Spreepark Art Space · Floating University Berlin
Co-Gastgeber*innen & Co-Kurator*innen
Barbara Unmüßig (Strategic Advisor) · Netzwerk Stadtraumkultur · Berlin University Alliance · On Water. Parcours · Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung · SPORE Initiative
Mitwirkende
Rights of the Spree Initiative · Confluence STREAM · Embassy of the North Sea · TBA21 Academy · ILP Mar Menor
Unterstützt von/ Gefördert durch
Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung · JUA Foundation · Okeanos Foundation · Berlin University Alliance · On Water. Parcours · IVU Stiftung · Stiftung Living Rivers / GRÜNE LIGA · Goethe-Institut · Campus Stadtnatur Berlin · Hochschule Darmstadt · Rechte der Natur e.V. · Netzwerk Rechte der Natur · Backstagetourism · Berliner Landeszentrale für politische Bildung
In Partnerschaft mit
Global Alliance for the Rights of Nature (GARN) · Organismendemokratie e.V. · buero gross · River Collective · Polisphere · SpreeBerlin · Theresa Maria Forthaus (Photo & Video) · Freddy Adelmann (Graphic Design)