Dieser Vortrag untersucht politische und soziale Praktiken als Grundlage für das Entwerfen, Visualisieren, Umsetzen und Theoretisieren von Ästhetik im Kontext der antikolonialen Tradition Palästinas. Anhand historischer Beispiele von populären Aufständen und Basisorganisation in Palästina und anderen Orten zeigt HajYahia, dass Bildgestaltung, Poetik und Performativität eher in der Sozialität als in der Institutionalität verwurzelt sind. Anstatt Ästhetik und Politik als getrennte Bereiche zu betrachten, präsentiert dieser Vortrag eine ästhetische Theorie der Revolte, die historische, ideologische, affektive und materielle Dimensionen als miteinander verflochten und untrennbar betrachtet. Im Anschluss an den Vortrag findet ein Gespräch zwischen HajYahia und dem Schriftsteller Tobi Haslett statt.

Adam HajYahias Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie ästhetische Praktiken wie Bildgestaltung, Performance, Text und Klang – sowohl innerhalb als auch außerhalb des Kunstmarktes – Sozialität und politisches Bewusstsein widerspiegeln, simulieren, initiieren und stören, vor allem im Kontext der kolonialen Moderne. Als Wissenschaftler, Autor und Kurator erforscht er die harmonischen und dissonanten Beziehungen zwischen Psychoanalyse und politischen Bewegungen, Begierde und Arbeit, Siedlerkolonialismus und imperialer Ökonomie sowie Formen des politischen Widerstands.

 

Tobi Haslett hat für n+1, Harper’s und andere Publikationen über Kunst, Film, Literatur und Politik geschrieben. Derzeit ist er Fellow am ICI Berlin.