Affect and Colonialism Web Lab
Gemeinsames Gespräch und Filmvorführung17.00-20.00
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Für Erwachsene
auf Englisch
Das Affect and Colonialism Web Lab bringt Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen aus der ganzen Welt zusammen, die sich für die affektiven Dimensionen des Kolonialismus interessieren. Kolonialismus ist kein abgeschlossenes Kapitel der Geschichte – er wirkt fort, nicht nur in politischen und ökonomischen Strukturen, sondern auch in Wahrnehmungen, Beziehungen und Gefühlen.
Das Web Lab ist eine digitale Plattform, auf der Beiträge in unterschiedlichen Formaten versammelt werden: als Podcasts, digitale Ausstellungen und – vor allem – als Videoarbeiten. Diese reichen von analytischen Auseinandersetzungen bis hin zu künstlerischen Interventionen und eröffnen Perspektiven auf koloniales Erbe, dekoloniale Praktiken und mögliche Zukunftsvisionen. Ziel des Projekts ist es, den Austausch zwischen Globalem Norden und Globalem Süden zu intensivieren, akademische und nicht-akademische Wissensformen stärker miteinander zu verbinden und neue, zugänglichere Formen der Wissensvermittlung zu erproben.
Gegründet wurde das Web Lab von vier Wissenschaftler*innen am Sonderforschungsbereich Affective Societies an der Freien Universität Berlin, an dem es bis heute organisatorisch angesiedelt ist. 2021 wurde das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bei einem Ideenwettbewerb mit einem hochdotierten Preis ausgezeichnet.
Die Arbeit des Web Lab findet überwiegend online statt. Umso schöner ist es, von Zeit zu Zeit auch im physischen Raum zusammenzukommen. Die Veranstaltung in der Spore Initiative bietet hierfür einen Anlass: als offenes Treffen, als Einblick in die Arbeit des Projekts – und als Einladung zum Austausch und gemeinsamen Gespräch.
Im Zentrum des Abends steht ein Screening ausgewählter Videoarbeiten, die unterschiedliche Zugänge zu den affektiven Nachwirkungen kolonialer Verhältnisse eröffnen:
- Camila Flores-Fernández: Ghost in the Park
Ein ethnofiktionaler Dokumentarfilm, der sich mit den Geschichten rund um den Görlitzer Park in Berlin beschäftigt. Aus der Perspektive eines Geistes, der auf der Suche nach einem neuen Ort ist, richtet sich der Blick auf eine Community, deren Erfahrungen und Affekte im Kontext von Drogenkonsum, Fürsorge und urbanem Leben sichtbar werden.
- Marina Guzzo: Letters to the landscape (ruined alphabet)
Eine poetische Videoarbeit, die Körper und Landschaft, Vergangenheit und Zukunft, Theorie und künstlerische Praxis miteinander verschränkt. In Form eines „ruinierten Alphabets“ entstehen fragmentarische Korrespondenzen, die sich zwischen verschiedenen Denkfiguren, ästhetischen Formen und ökologischen Beziehungen bewegen.
- Laibor Kalanga Moko / Jonas Bens / arjunraj: (tba)
Ein dritter Beitrag entsteht derzeit und wird sich mit der Sammlung des Humboldt-Forums sowie aktuellen Debatten um Restitution und koloniale Provenienzen auseinandersetzen.
Im Anschluss an die Vorführungen gibt es Raum für ein gemeinsames Gespräch mit den anwesenden Künstler:innen und Beteiligten. Die Veranstaltung versteht sich bewusst als offenes Format: als Gelegenheit, Einblicke zu gewinnen, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen.