Soft Scores sind eine flexible Sammlung von Anweisungen oder Richtlinien für kollektives Handeln. Anstatt ein festes Ergebnis vorzuschreiben, bleibt jeder Score offen für die spezifische Dynamik unterschiedlicher Gruppen, zu denen nicht nur Menschen, sondern auch Pflanzen und andere nicht-menschliche Akteur*innen gehören. Jeder Soft Score verbindet regenerative Bodenpflege und Anbaumethoden mit Reflexionen über Verlust und wirft dabei die Frage auf: Wie können wir trauern und gleichzeitig die Zukunft aktiv mitgestalten?

 

Im Laufe der Saison haben die Teilnehmenden am frühen Morgen junge Pflanzen geerntet, frischen Knoblauch für die Fermentierung zerkleinert sowie einheimische Mikroorganismen gezüchtet, konserviert und vermehrt. Durch diese Praktiken wurden mikrobiell reichhaltige Bodenverbesserungsmittel für die regenerativen Beete unseres Gartens vorbereitet. Die gemeinsame Arbeit hat gleichzeitig einen Raum geschaffen, in dem ökologische Trauer anerkannt wird und die Emotionen, die durch die intensive Auseinandersetzung mit geschädigten und sich verändernden Umgebungen entstehen, thematisiert werden können.

 

Die Soft Scores brachten experimentelles Zeichnen und Schreiben, Erkundungsspaziergänge und intensive Sinnesübungen mit der Arbeit mit gesammelten Pflanzen und Erde sowie kollektiven Praktiken des Erntens, Fermentierens, Verarbeitens und Teilens von Lebensmitteln zusammen. Durch diese Begegnungen wurde der Garten zu einem Ort, an dem Verlust Raum finden konnte und zugleich Formen kollektiver Fürsorge und Regeneration erprobt und gelebt wurden.

 

 

Abschlusstreffen

 

Zum Saisonabschluss 2026 lädt Lernen zu wachsen, lernen zu trauern zu einer öffentlichen Veranstaltung in das Wohnzimmer unseres partizipativen Raums Zeiten bündeln ein.

 

Zu Beginn stellt Michelle Teran das Projekt vor und gibt anhand von Aufzeichnungen und Bildern Einblicke in die verschiedenen Soft Scores, die über die Gartensaison 2026 hinweg im regenerativen Garten entstanden sind.

 

Die Texte der einzelnen Soft Scores sind zusammen mit ihrer fotografischen Dokumentation in der Publikation Learning to Grow, Learning to Grieve: Soft Scores versammelt, die derzeit im Raum von Zeiten bündeln zu sehen ist.

 

Anschließend gehen wir gemeinsam in den regenerativen Garten. Dort sind alle dazu eingeladen, eine mikrobenreiche Mischung zur Bodenverbesserung auf den Beeten auszubringen. Mit dieser letzten gemeinsamen Aktion findet die Arbeit der vergangenen Monate ihren Weg zurück in den Boden. Wir sorgen für die Bedingungen, unter denen der Garten weiterleben und sich regenerieren kann, und bereiten ihn zugleich auf die nächste Saison vor – als kleinen Beitrag zu einer Zukunft, die nur gemeinsam wachsen kann.

 

Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe Planting Communities – Lernen zu wachsen, lernen zu trauern.