Handle with Care – Aftermath
Filmvorführung und Gespräche14.00-19.30
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Für Kinder und Erwachsene
auf Englisch/Russisch
Handle with Care versammelt über dreißig Artefakte, die auf einer sechsmonatigen Reise aus den Regionen Russlands über den Kaukasus nach Zentralasien und weiter nach Europa zusammengetragen wurden. Ausgehend von Familienarchiven, von über Generationen weitergegebener Migrationserfahrung und von nomadischen Lebensweisen entwerfen die Künstler*innen eine gemeinsame Geschichte der Region, die von den Vertreibungen des frühen 20. Jahrhunderts bis zu dem reicht, was aus den Vertriebenen über drei und mehr Generationen hinweg geworden ist. Dabei zeigt sich, dass diejenigen, die einst vor der Hungersnot flohen, ihr Schicksal mit denen teilen, die ihr Land in der ab 2022 einsetzenden Migrationsbewegung verlassen haben.
In dieser Etappe der Aftermath-Reihe wenden wir uns dem Nordkaukasus zu und der Frage, wie Künstler*innen dort heute Wissen sammeln und bewahren.
Programm
14:30–15:30 Uhr | Adygische Erinnerungen wiederfinden
Ein Gespräch mit Lilit Matevosyan, Mila Khatsouk (Tsey) und Irina Denkmann
Auf Russisch und Englisch
Wie geben wir dem eine Stimme, was uns zu entgleiten droht? Lilit Matevosyan und Mila Khatsuk nehmen die Welt der adygischen Kultur mit ihren heiligen Bäumen und Ornamenten in den Blick und finden darin Wege der Wiederaneignung. Gemeinsam denken wir über Heritage-Making, Vertreibung und Identitäten im Werden nach und fragen: Was lässt sich inmitten von Regimen des Schweigens sagen und tun?
14:30–19:30 | Ausstellung
Arbeiten aus dem Projekt Handle with Care, nur einen Tag lang zu sehen: am 27. September in der Spore Initiative. Alle Arbeiten, die in den vergangenen sechs Monaten in den Koffer gewandert sind, sind jetzt zu Besuch in Berlin! Handle with Care ist eine Ausstellung in Bewegung, begleitet von einer Reihe von Vermittlungsveranstaltungen. Ein Reisekoffer trägt 34 künstlerische Projekte, die von Familienarchiven aus Osteuropa, dem Kaukasus und Zentralasien inspiriert sind. Auf seiner Reise durch Kasachstan, Usbekistan, Kirgisistan, Armenien, Georgien, Frankreich, Österreich und Deutschland macht der Koffer zwölf Stationen und lädt unterwegs neue Künstler*innen und Mitwirkende ein, sich anzuschließen. Er tritt mit lokalen Communities in Austausch und versammelt neue künstlerische Stimmen, die in einer abschließenden Ausstellung in Frankfurt am Main zusammenkommen.
15:30–19:30 Uhr | Filmvorführung
Filmvorführungen
Gespräch mit Rusudan Mirobsalova und Anna Malgina
Auf Englisch
Dreams of Present (2024), Regie: Rusudan Mirobsalova, 18 Min.
Georgisch, Englisch
Kletka ishchet ptitsu (Der Käfig sucht einen Vogel), 2023, Regie: Malika Musaeva, 87 Min.
Tschetschenisch mit englischen Untertiteln
Als Teil einer weiter gefassten Praxis des sanften Widerstands bringt der Nachmittag die Diasporagemeinschaften Berlins, unter ihnen Indigene aus den Regionen Russlands sowie aus Georgien, Armenien, Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan, mit Stimmen zusammen, die zurückholen, was autoritäre Herrschaft unterdrückt hat, und das zu einer Zeit, in der die Isolation zwischen diesen Ländern rasant wächst.
Handle with Care macht diesen diskursiven Zwischenstopp bei Spore aus einem gemeinsamen Beharren heraus, füreinander zu sorgen. Seinen Namen trägt das Projekt nach den Worten, die auf zerbrechliche Fracht gestempelt werden – eine Erinnerung daran, dass ohne Gewalt behandelt werden muss, was leicht zerbricht. Der Koffer läuft den Lieferketten zuwider, die Baumwolle aus Usbekistan, Uran aus Kasachstan und Kirgisistan, Öl und Gas aus der sowjetischen Peripherie hinausschaffen. Er entnimmt nichts, sondern wächst durch Einverständnis und Beziehung.
Dieses Projekt ist Teil von „Object Oriented Democracy", kuratiert und organisiert vom Kunstverein Mañana Bold e. V. mit Unterstützung der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026, die vom Land Hessen, der Stadt Frankfurt am Main und dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain gefördert wird.