Beyond Earthmoving
Ein Leben mit und gegen Extraktivismus in Mazedonien, Kurdistan und Armenien.13.00-18.00
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Für Jugendliche und Erwachsene
auf Englisch
Eine ganztägige Veranstaltung bestehend aus drei Teilen: Buchvorstellung, Filmvorführung und Podiumsdiskussion.
Der Begriff Extraktivismus beschreibt die industrialisierte Ausbeutung kolonialisierter Gebiete und ihrer Einwohner*innen. Gezielte kulturelle Produktion jeglicher Art trägt dazu bei, dieses patriarchale, rassistische und kapitalistische System aufrechtzuerhalten, doch kann Kultur auch dabei eine Rolle spielen, diese ausbeuterischen Prozesse infrage zu stellen – vor allem in Regionen in denen die koloniale Vergangenheit noch immer nicht ausreichend aufgearbeitet wurde und die ökologischen und sozialen Realitäten bis heute prägt?
Ausgehend von Eray Çaylıs neuem Buch „Earthmoving: Extractivism, War, and Visuality in Northern Kurdistan“ (Erdbewegung: Rohstoffabbau, Krieg und Visualität in Nordkurdistan) wird im Rahmen dieser Veranstaltung diese Frage aus den sich überschneidenden Perspektiven der kolonialen Kontexte Mazedoniens, Kurdistans und Armeniens beleuchtet. Beyond Earthmoving bringt Kulturschaffende wie Künstler*innen, Architekt*innen, Kurator*innen und Theoretiker*innen zusammen, die ihren Fokus auf kollaborative Arbeit in der Region legen.
Diese Veranstaltung hat zum Ziel, Solidarität über verschiedene Kontexte und zwischen gewaltsam voneinander getrennten Regionen zu fördern, und ist für alle offen, die sich für Umweltpolitik in (de-)kolonialen Zusammenhängen interessieren. Über die drei Blöcke hinweg soll die Rolle der Kultur bei der Gestaltung einer sozial und ökologisch gerechten Zukunft untersucht und diskutiert werden, sowie ein Einblick in Kontexte gewährt werden, die im Vergleich zu den Amerikas und Australasien weniger erforscht wurden.
Vollständiges Programm:
13 – 14:15 Uhr: Einführung und Buchvorstellung zu „Earthmoving“ mit Eray Çaylı im Gespräch mit Rosa Hêlin Burç : Wie hält sich der Extraktivismus durch die Ausnutzung zeitgenössischer ökologischer und humanitärer Sensibilitäten, und auf welche Weise könnten künstlerische Praktiken – wie beispielsweise jene, die sich mit den Kriegsereignissen Mitte der 2010er Jahre in Nordkurdistan befassen – neue Wege eröffnen, um seine kolonialistische und rassistisch-kapitalistische Bewertungslogik in Frage zu stellen?
14:30 – 16 Uhr: Filmvorführung und Diskussion mit Cengiz Tekin, Maria Matinyan, Hristina Ivanoska, und Theodossis Issaias (Moderation: Eray Çaylı) : Wie kann ästhetische Repräsentation den Extraktivismus heute herausfordern, insbesondere in Kontexten, deren miteinander verbundene Kolonialitäten nach wie vor wenig beachtet werden und dennoch weiterhin die ökologischen und sozialen Realitäten prägen?
- Empty Frames (2026, Theodossis Issaias and Aristotelis Maragkos), 3'
- Living Pits (2024, Erkan Özgen), 6'
- Welcome to Naturland (2022, Cengiz Tekin), 8'30''
- Longing for a Peaceful Sleep (2022, Maria Matinyan), 15'
- Document Missing: Performance no. 5 (Three Actions) (2017, Hristina Ivanoska), 5'45''
- Everything Is After Something (2004, Yane Calovski), 1'34''
16:15 – 18 Uhr: Gespräch und Forum mit Dicle Beştaş, Cengiz Tekin & Erkan Özgen (Loading), Yane Calovski & Hristina Ivanoska (Press to Exit), Theo Issaias (Fatura), Maria Matinyan (G.Urban) (Moderation: Eray Çaylı) : Welche Rolle könnten Kollektive, die sich durch kulturelle Produktion organisieren, bei der Infragestellung des Extraktivismus in den oben genannten Kontexten spielen?
Image: Still from Sedat Akdoğan’s video trilogy About Dry Land and Soft Clouds, 2021.