Verwoben sein
Viele Geschichten an einem Ort – Eine Zusammenkunft19.00-22.00
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Für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene
auf Deutsch/auf Englisch
Inwiefern hängen der Streit um das Tempelhofer Feld und der Mangel an muslimischen Grabstätten zusammen? Warum gibt es einen Gemeinschaftsgarten auf einem Friedhof? Wo kreuzen sich Leben, Tod und Wandel? An wen erinnern wir uns und wer wird vergessen? Wie sind das Sichtbare und das Unsichtbare miteinander verwoben?
Begleitet uns zu einem Abend voller Geschichten. Wir begeben uns auf eine geführte Tour durch den Raum und unser Bewusstsein. Wir teilen eine gemeinsame Mahlzeit und erkunden diesen vielschichtigen Ort der Erinnerung.
Während wir durch das rosa Abendlicht schlendern, tauschen wir Perspektiven aus und sprechen über das Schlagen von Wurzeln und Gerechtigkeit. Wir berühren die Erde, auf der jedes Jahr neues Leben erwacht und in der Geschichten verborgen liegen.
Gemeinsam werden wir:
- an einer von der Künstlerin Alanna Lynch geleiteten Meditation zu den Themen Verwandlung und Lebenszyklen teilnehmen.
- uns bei einer sommerlichen Suppe Geschichten erzählen.
- an einer Führung durch die lebendige Geschichte des Friedhofs teilnehmen – vom Zwangsarbeitslager des Zweiten Weltkriegs über die Berliner Luftbrücke bis hin zur Entwicklung der Berliner Friedhofslandschaft.
- an Gesprächen mit Vertreter*innen der folgenden Kampagnen und Initiativen teilnehmen: 100 % THF, Muslimische Friedhöfe (Forschungsteam der Berliner Bürgerplattform), The Garden und Fixpunkt.
Verwoben sein bringt Communities zusammen, deren Kämpfe enger miteinander verbunden sind, als es auf den ersten Blick erscheint. Die Grillwiese auf dem Tempelhofer Feld ist beispielsweise ein beliebter Treffpunkt für viele Gemeinschaften, darunter auch muslimische Gemeinschaften: und stellt somit eine natürliche Verbindung zur Kampagne „100 % THF“ dar. Diese setzt sich dafür ein, das Feld offen und frei von Bebauung zu halten.
Bei der Frage nach muslimischen Begräbnisstätten geht es um Gerechtigkeit und Anerkennung. Der derzeitige Mangel sendet eine beunruhigende Botschaft aus: dass Menschen zwar als Bewohner und Steuerzahler toleriert werden, es aber keinen dauerhaften Raum für ihr Andenken gibt. Die Umnutzung bestehender, ungenutzter Friedhöfe für muslimische Bestattungen anstelle der Erschließung neuer Friedhofsflächen ist zudem ökologisch sinnvoll.
Das Tempelhofer Feld und der Gemeinschaftsgarten sind Orte, an denen vielfältige Kulturen und Lebensgeschichten zusammenkommen – frei von finanziellen Zwängen. Die Verteidigung solcher Räume, die der Gemeinschaft, der Natur und der Erinnerung und nicht dem Profit vorbehalten sind, ist Teil eines umfassenderen Engagements für den Aufbau einer gerechten und nachhaltigen Stadt.
Angesichts der diesjährigen Kommunalwahlen ist es nun an der Zeit, die sich überschneidenden Kämpfe zu erkennen und dabei zu helfen, ein Berlin zu gestalten, das von gesundem Menschenverstand, Solidarität und langfristigem Denken geleitet wird.
Dieser Text wurde von den Veranstalter*innen verfasst.