Jugend-Landwirtschaftsgenossenschaften im zentralen Hochland Palästinas
Ein aus den Widersprüchen der Kolonialisierung entstandenes Modell – Vortrag und Q&A18.30-20.30
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Für Erwachsene
auf Englisch
Von welchen Formen der Arbeit und des Anbaus lebt die palästinensische Landwirtschaft heute? Und inwiefern prägt kollektives Wirtschaften auf dem Land das Ringen nach palästinensischer Selbstbestimmung und hält es nach wie vor am Leben?
In den Jahren nach der Zweiten Intifada verlor die palästinensische Wirtschaft unter dem Druck neoliberaler Politik und einer sich verschärfenden israelischen Besatzungspolitik zunehmend ihre Eigenständigkeit. Viele Palästinenser*innen gerieten in eine finanziell prekäre Lage und mussten sich Arbeit in den Städten oder auf dem israelischen Arbeitsmarkt suchen, sodass weite Teile des Ackerlands verwilderten. Damit wollten sich links orientierte junge Menschen im ganzen Westjordanland nicht abfinden. Sie kehrten auf die brachliegenden Felder zurück und gründeten Kooperativen, die das Land nach überlieferten Methoden bewirtschaften und dabei auf Eigenständigkeit setzen. Somit schaffte die Besatzungspolitik die Grundlage für genau die kollektiven Bemühungen, die ihr aktiv entgegenwirken.
In seiner Forschung versteht Faiq Mari diese Rückkehr auf die Felder als Teil einer umfassenderen widerständigen Ökonomie und ordnet die Initiativen in eine lange Geschichte ein, in der sich Palästinenser*innen immer wieder politisch organisiert haben. In seinem Vortrag zeichnet er nach, wie historische und gegenwärtige Kräfte die Landwirtschaft in Palästina formen, und fragt, welche Rolle landwirtschaftliche Kollektive dabei spielen, eine Politik der Selbstbestimmung hervorzubringen und immer wieder zu erneuern. Konkret spricht er über die Kooperativen der jungen Generation und darüber, wie es heute um sie steht, während die Besatzung ihnen finanziell wie räumlich immer engere Grenzen setzt.
Anschließend an den Vortrag folgt ein von Hilal Alkan moderiertes Publikumsgespräch; Nabil Hamdan, der Gründer von ghiras, spricht die einleitenden Worte.
Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Zentrum Moderner Orient und ghiras statt.
Dieser Text stammt von den Veranstalter*innen.