In Beziehung: Ausstellungseröffnung
Eine Kabinettpräsentation aus der Spore-Sammlung16.30-20.00
Termin speichern
für Kinder und Erwachsene
auf Deutsch/auf Englisch
Die Spore-Sammlung entstand bereits bevor die Spore Initiative zur Institution wurde. Unter der Leitung von Hans Schöpflin und Osvaldo Sánchez initiiert, konzentrierte sie sich auf die Akquisition von Werken, die sich mit Ökologie, Land, irdischem Leben, Kosmologie und ökosozial Gerechtigkeit auseinandersetzten. Seit 2023 entwickelt sich die Sammlung unter der Direktion von Antonia Alampi weiter im Dialog mit Spores Programm und ihren laufenden Forschungen.
Diese Kabinettpräsentation bringt Werke zusammen, die von verschiedenen Praktiken der Beziehung geprägt sind: verwurzelt, unter Druck, kollaborativ, geologisch, kosmisch – und macht ihre Spannungen wahrnehmbar.
In einigen ist Wald nicht Landschaft, sondern lebendes Wissen. Territorium wird erinnert, bewohnt und erwidert, statt besessen. In anderen erscheint Land durch extraktive institutionelle Rahmen, die es klassifizieren und verwalten, und legt offen, wie Wissen und Macht verflochten sind. Stein und Mineral tragen Dauern, die industrielle Beschleunigung bei weitem übersteigen, und erinnern uns daran, dass geologische Zeit unabhängig von menschlicher Absicht weitergehen.
Subsistenz und kleinmaßstäbliche Arbeit entfalten sich durch Nähe und Berührung. Tiere werden gehalten, nicht abstrahiert; der Tod ist in Lebenszyklen präsent, statt auf anonyme Produktion reduziert zu werden. Körper erscheinen sowohl als Teilnehmer in diesen Zyklen als auch als Orte, auf denen politische und ökonomische Drücke eingeschrieben sind.
Andere Werke schlagen alternative Architekturen der Beziehung vor: kollaborative Strukturen, geprägt von interspezifischer Intelligenz und Materialaufmerksamkeit statt von Dominanz. Hoch oben situiert ein Komet den Raum in einer Skala, die Besitz übersteigt. Kosmische Bewegung verlangt keine Anerkennung, und doch formt sie Gezeiten, Klimate und Zeit.
Beziehungen sind nie gleich. Einige sind wechselseitig. Einige sind in Solidarität verwurzelt. Einige sind durch Machtungleichgewicht strukturiert. Einige sind extraktiv. Einige sind gleichgültig und gewaltig. Zusammengestellt lösen diese Werke diese Unterschiede nicht auf. Sie lassen sie bestehen.
Fotocredit: Nuestra Señora de las Iguanas (Our Lady of the Iguanas) von Graciela Iturbide
In some, forest is not landscape but living knowledge. Territory is remembered, inhabited, and reciprocated rather than owned. In others, land appears through extractive institutional frameworks that classify and manage it, exposing how knowledge and power intertwine.
Stone and mineral carry durations that far exceed industrial acceleration, reminding us that geological time continues regardless of human intention. Subsistence and small-scale labor unfold through proximity and touch. Animals are held, not abstracted; death is present within cycles of life rather than reduced to anonymous production. Bodies appear as both participants in these cycles and as sites upon which political and economic pressures are inscribed. Other works propose alternative architectures of relation: collaborative structures shaped by interspecies intelligence and material attentiveness rather than domination.
High above, a comet situates the room within a scale that exceeds possession. Cosmic movement does not ask for recognition, yet it shapes tides, climates, and time. Relations are never equal. Some are reciprocal. Some are grounded in solidarity. Some are structured by power imbalance. Some are extractive. Some are indifferent and vast. Placed together, these works do not resolve these differences. They allow them to stand.
Foto credit: Nuestra Señora de las Iguanas (Our Lady of the Iguanas) by Graciela Iturbide